Im September trafen sich die Jungen Naturwächter aus dem Partheland zu einem spannenden Treffen, bei dem sie gemeinsam über verschiedene Aspekte von Pflanzen forschten und diskutierten.

Thematisiert wurden unter anderem invasive Neophyten, also nicht heimische Pflanzen, die in neue Gebiete eingewandert sind. Um die Effizienz der natürlichen Verbreitungsmethoden von Pflanzen hautnah zu erleben, unternahmen wir ein praktisches Experiment: wir liefen auf Socken über eine blühende Wiese. Das klingt erstmal recht unspektakulär, doch an unseren Socken blieben viele Samen hängen, was eindrücklich demonstrierte, wie Tiere zur Verbreitung von Pflanzensamen beitragen können. In deren Fell bleiben die Pflanzensamen ebenfalls hängen und werden somit in der Landschaft verbreitet. Die Zoochorie, wie diese Art der Verbreitung genannt wird, konnte mit viel Spaß aufgenommen werden. Der Bauplan von Pflanzen wurde erklärt und am Wegesrand konnten Arten bestimmt werden. Ein Kletten-Weitwurf und ein unterhaltsames Pflanzenmemory lockerten das Programm zusätzlich auf und boten eine willkommene Abwechslung. Neben all der Theorie und Praxis kam auch die Kreativität nicht zu kurz: Aus selbst gesammelten Kräutern stellten wir ein wohlriechendes Kräuteröl her. Als krönenden Abschluss bestaunten wir einen selbstgemachten Löwenzahnhonig, den ein Mitglied unserer Gruppe liebevoll zubereitet hatte. So endete ein lehrreicher und abwechslungsreicher Tag in der Natur.

Weitere Infos zu den Jungen Naturwächtern aus dem Partheland findet ihr hier.

Mitte Juli war es endlich wieder soweit: Unser Sommercamp der Jungen Naturwächter fand im Lindenhof Ulberndorf statt! Gemäß dem Themenwunsch der Kinder und Jugendlichen, die letztes Jahr teilgenommen hatten, richteten wir diesmal alles auf ein spannendes, aber kompliziert zu betrachtendes Thema aus: Was bedeutet es, nachhaltig zu leben? Denn wie wir in unserer Einstiegsrunde schon herausfanden – nachhaltig sein bedeutet für jede*n etwas anderes. Recycling, Mülltrennung, Naturschutz, achtsames Nutzen von Ressourcen, Energiesparen, … Mittels der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele versuchten wir gemeinsam, etwas Struktur in den Gedankendschungel zu bringen und sind diesem auch in den restlichen Tagen gründlich zu Leibe gerückt. Chapeau! – denn sich solchen Denkaufgaben in den Sommerferien zu stellen, verdient unseren Respekt!
Eine kleine Einführung zu Bild, Ton und Handhabung unserer digitalen Tablets war der nächste Schritt, denn wir wollten unsere Erkenntnisse der Camp-Woche dokumentieren und zu einem kleinen Film zusammenfügen.
Zunächst fuhren wir – Teilnehmer und Betreuer – am Dienstag zur Schäferei Drutschmann und ließen uns dort etwas zu regionaler Produktion und natürlich alles rund ums Thema Schaf und Schäferei erzählen. Ein leckeres Mittagessen mit verschiedenen Schafprodukten stärkte uns zwischendurch – denn wir waren richtig aktiv beim Wollewaschen, Kardieren und schlussendlich sogar beim Spinnen. Im Laufe des Tages erfuhren wir viel über Aufgaben, Widrigkeiten und Herausforderungen bei der Schafhaltung und wie Schafe bei der Landschaftspflege helfen können. Für alle war es ein wunderschöner Tag mit vielen Eindrücken und am Ende ließen wir ihn mit einem Filmabend und einer bewegenden Doku zu unserem Planeten auf unserer Tenne ausklingen.
Der Mittwoch wurde nicht weniger ereignisreich. Da wir uns entschlossen hatten, nachhaltig – also mit dem ÖPNV – zu reisen, mussten wir feststellen, dass hier manchmal viel Zeit verloren gehen kann und damit die Attraktivität solcher Transport-Alternativen sinkt. Die Umsetzung von Nachhaltigkeit scheint also nicht so einfach. Sehr interessant wurde es wieder bei unserer Führung an der Talsperre Malter. Uns schwirrte der Kopf von Daten zu Fassungsvermögen, Durchlassgeschwindigkeiten, Mauerhöhe und weiteren Zahlen sowie Fakten rund um das beeindruckende Bauwerk. Mit der Bahn, die maßgeblich den Bau ermöglicht hat, indem sie die Materialien zulieferte (Steine, Holz usw.), fuhren wir dann gemütlich nach Rabenau zum Mittagessen. Eine Wanderung entlang des Energielehrpfades bis zum Freizeitzentrum “Hains” zeigte uns, dass Wasser viel zur Erzeugung von erneuerbarer Energie beitragen kann. Apropos Wasser: Eine Führung hinter den Kulissen des Hains zeigte uns die faszinierende Welt der Wasseraufbereitung, Wärmeenergiehaushalte und welchen Beitrag das Hains zur Nachhaltigkeit leistet. Dann wurde natürlich vor Ort im Freibad geplanscht und gerutscht. Genug Fakten für einen Tag! Eine kleine Einkaufsrunde, drei Busfahrten und einige Aufregungen später waren wir wieder im Lindenhof und genossen den Abend.
Der Donnerstag sollte ganz im Zeichen des Filmemachens stehen. Vormittags trugen wir Ideen und Informationen zusammen, am Nachmittag konnten wir unter Anleitung unseren Nachhaltigkeitsfilm drehen, schneiden und weiter ausfeilen. Der sollte nämlich bei Abreise den Eltern gezeigt werden. Ergebnis: Toll ist er geworden! Um den letzten gemeinsamen Abend der Gruppe als Ausklang zu nutzen, kochten wir über dem Feuer, schauten einen Film zu Ende und lachten dabei viel. So soll das auch sein. Übrigens aßen wir fast die ganze Woche vegan – nur bei der Schäferei haben wir mal “geschummelt”. Aber das ist auch ok. Denn regionale, ökologische und tierwohlgerechte Produktion ist immer noch besser als große Plantagen und nicht fair gehandelte Lebensmittel.
Freitagfrüh startete eine große Putzaktion, großes Zelte abbauen und Aufräumen. Zum Schluss testeten wir unser über die Woche gesammeltes Wissen in Teams und drückten die bereitgestellten Buzzer um die Wette, um zu punkten. Wir feilten außerdem an unserem eigenen Film, aßen ein letztes gemeinsames Mittagessen und führten den fertigen Film den Eltern vor. Dann ging’ ab nach Hause – so schnell war die Zeit vorbei… Wir waren eine tolle, unvergessliche Truppe!
Katja Dollak

Bildautoren: K. Dollak + J. Märtens

…und wer beim nächsten Mal dabei sein möchte oder Junger Naturwächter oder Naturwächterin im Lindenhof oder einer der anderen Naturschutzstationen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge werden möchte, findet hier alle weiteren Informationen: https://jungenaturwaechter.de/naturschutzstation-osterzgebirge-e-v/

Vom 30.07. bis 04.08. fand das Artenforschercamp Ornithologie der Naturschutzstation Neschwitz statt. Dabei begaben sich 14 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren auf die Spuren der Vogelwelt der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Mit den Fahrrädern machten sie sich auf den Weg, die heimische Vogelfauna zu untersuchen. Dabei lernten sie, die Tiere anhand ihrer äußerlichen Merkmale, ihres Gesangs und ihrer Lebensraumansprüche zu bestimmen. Als Werkzeuge standen ihnen dafür zum Beispiel Ferngläser, Spektive und Bestimmungsliteratur zur Verfügung. Insgesamt wurden so 104 verschiedene Vogelarten entdeckt!
Die Übernachtungen erfolgten in Tipizelten, die jeden Abend an einem neuen Ort aufgebaut wurden. Die gewählten Standorte befanden sich bei artkundigen Partnern, wie etwa den Ornithologen Karsten Nitsch und Ralf Dietrich, sowie beim Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft.
Die Tage waren bestimmt durch Erkundungen und Exkursionen mit Spezialisten oder auf eigene Faust. Ihre erfassten Arten und gesammelten Erfahrungen trugen die Teilnehmer in zu Beginn gestaltete Beobachtungstagebücher ein.
Ein besonderes Ereignis stellte der Fund eines ausgehungerten Rotmilans dar, welcher direkt in die Obhut der Wildvogelpflegestation der Naturschutzstation Neschwitz übergeben wurde. Auch konnten ein Nachtreiher und mehrere Schwarzstörche beobachtet werden!
Den Abschluss des Camps bildete die Teilnahme an der Singvogelberingung. Damit gingen fünf unvergessliche und lehrreiche Tage zu Ende.

🕷️🌿 Ankündigung: Spinnencamp im Naturschutzzentrum Erzgebirge 🕷️🌿

Tauche ein in die faszinierende Welt der Spinnen! Vom 15. August bis zum 17. August veranstalten wir ein spannendes Spinnencamp im Naturschutzzentrum Erzgebirge, exklusiv für Jugendliche.

Erlebe drei Tage voller Abenteuer, Entdeckungen und Naturerfahrungen. Gemeinsam erforschen wir die Arachnidenwelt und lernen die verschiedenen Spinnenarten kennen. Experten stehen euch mit ihrem Wissen zur Seite, um euch über die Lebensweise und Bedeutung der Achtbeiner in unserer Umwelt aufzuklären.

Das Programm umfasst aufregende Aktivitäten wie Spinnenbeobachtungen, eine Nachtwanderung durch den Wald und Workshops zur Spinnennetzbaukunst. Zudem werden wir über den Naturschutz und die Bedeutung von Spinnen in unserem Ökosystem sprechen.

Das Spinnencamp bietet die perfekte Gelegenheit, neue Freundschaften zu knüpfen, die Natur zu entdecken und ein unvergessliches Wochenende im Erzgebirge zu verbringen.

Sichere dir jetzt deinen Platz und melde dich noch schnell an.

Alter: 12-18 Jahre Kosten: 65 Euro pro Person inkl. Verpflegung und Übernachtung

Anmeldung und weitere Informationen unter www.graefenmuehle.de/veranstaltungen/ oder telefonisch unter 03762/7593516. Alle Fragen beantwortet Peggy Stöckigt von der Naturschutzstation Gräfenmühle.

Wir freuen uns auf ein abenteuerliches Spinnencamp mit euch! 🕷️🌿🏕️

Zusammen mit dem Ameisenspezialisten Jürgen Trettin aus Zwickau, der zum Leben der Ameisen geforscht hat, haben wir uns auf Ameisen-Suche begeben. Wir konnten in Rübenau den Bau der Roten Waldameise näher unter die Lupe nehmen. Diese Art ist aufgrund intensiver Forstwirtschaft stark zurückgegangen und in vielen Gegenden vom Aussterben bedroht. Unter dem Mikroskop konnten wir dann verschiedene Ameisenarten in starker Vergrößerung betrachten und dabei beobachten, wie Ameisen Blattläuse melken.

Verantwortlich für den Beitrag und Ansprechpartner für die Jungen Naturwächter im Erzgebirge ist die Naturschutzstation Pobershau.