Der „Tag der Jungen Naturwächter“ (kurz: JuNa-Tag) ist der jährlichen Höhepunkt des Programms „Junge Naturwächter Sachsen“ (JuNa). An diesem Tag kommen sachsenweit die JuNas eines Landkreises an einem Ort zusammen. Sie lernen einander kennen und machen gemeinsame Naturentdeckungen. Beim JuNa-Tag ist einfach immer richtig viel los. Der nächste JuNa-Tag findet am 20.06.2026 statt.

Rückblicke JuNa-Tag 2022-2024

Rückblick JuNa-Tag 2025

Am 14. Juni 2025 hieß es wieder: Raus in die Natur! Ausgestattet mit Becherlupe, Kescher und Bestimmungsbuch waren die JuNas in Wäldern, an Teichen, auf Wiesen und Ruinen unterwegs – neugierig, aktiv und mit großem Forscherdrang. In zahlreichen Landkreisen und kreisfreien Städten Sachsens boten Naturschutzstationen ein vielfältiges Programm.

Hier ein Überblick über die Aktionen in den jeweiligen Regionen:

Vogtlandkreis
Im Natur- und Umweltzentrum Vogtland e.V. drehte sich alles um „Luchs & Wolf, Wald & Forstwirtschaft, Quellen und Geologie“. Zwischen 10:00 und 15:00 Uhr gab es eine geführte Wanderung mit Luchsexpert*innen, Gespräche mit Forstwirtschaftler*innen sowie spannende Einblicke in die Tierwelt des Waldes.

Stadt Dresden
Im Haus der Natur Dresden lag der Fokus auf Wildvögeln und deren Pflege sowie auf den Themen Wasser, Wiese und Wald. Es gab Informationsstände, Mitmachaktionen und ein Quiz – ideal für wissbegierige JuNas.

Erzgebirgskreis
Dieses Jahr stand der Tag der Jungen Naturwächter im Erzgebirgskreis ganz klar im Zeichen der Wildbienen. 21 teilnehmenden Jungen Naturwächter des „Naturforscherclubs“ im Alter von 8 und 15 Jahren bauten bei bestem Sommerwetter gemeinsam mit den erwachsenen Mitgliedern des Vereins Natura Miriquidica e.V. an der Bienenburg am „Lernort der Artenvielfalt“ in Rübenau. Die Umsetzung dieses Mammutprojekts erforderte viele fleißige Hände, insgesamt halfen bei diesem Naturschutzevent am 14. Juni mehr als 30 Teilnehmer! Es mussten mehrere Tonnen Steine und Sand bewegt, Beton-Elemente mit Lehm gefüllt und verschiedene Holzarten aufgeschlichtet werden. So wurden optimale Bedingungen für eine Vielzahl unterschiedlicher Wildbienenarten, aber auch Reptilien geschaffen. Die Jungen Naturwächter errichteten mit den erwachsenen Naturschutzbegeisterten diese gigantische Bienen-Burg Hand in Hand. Der Wespen- und Bienenexperte Michel Oelschlägel lieferte ergänzend einen spannenden und kurzweiligen Vortrag zu wildlebenden Wespen und Bienen. Er gab darin nicht nur Einzelheiten zum Leben dieser Organismenarten, sondern auch umfangreiche Tipps zur Bestimmung. Die jungen Naturwächter haben selbstverständlich auch das Gelände des Rübenauer „Lernortes der Artenvielfalt“ dazu genutzt, um die dortigen Biotope näher zu erkunden sowie die dort lebenden Schmetterlinge, Wildbienen und Wasserorganismen zu bestimmen. Bei einer Mitmachstation konnten sie Wildbienen-Pralinen (Lehmkugeln mit wildbienenfreundlichen Saatgut) zum Mitnehmen herstellen. Insgesamt zeigte der JuNa-Tag 2025 wieder einmal eindrucksvoll, wie neugierig und engagiert Kinder und Jugendliche im Erzgebirge die Natur entdecken und schützen!

Fotos und Text: Babett Schreiter

Landkreis Nordsachsen
Am 14. Juni 2025 von 9:30 Uhr bis 16:00 Uhr erlebten 41 Jungen Naturwächter aus Nordsachsen einen Tag voller Abenteuer und Entdeckungen im malerischen Forsthaus „Vor der Heide“ in Wohlau. Umgeben von der idyllischen Natur und dem Duft frischer Fichten und Kiefern versammelten sich die Gruppen – eine bunte Gemeinschaft, die den Drang verspürte, die Geheimnisse des Waldes zu erkunden.

Die Umweltkindergruppe „Grüne Welle e.V.” und die JuNas Wohlau (LPV TO) waren pünktlich vor Ort und starteten ihren Tag mit einer spannenden Führung über das Forsthaus-Gelände, bei der sie die verschiedenen Facetten der Arbeit eines Försters und seine Gerätschaften erleben konnten. Leider warteten die JuNas Eilenburg (LPV Eilenburg) und die biBBerkids aus Torgau (NABU Biberhof) vergeblich auf ihren Bus. Doch trotz dieser kleinen Panne zeigten alle Gruppen Teamgeist und schafften es gemeinsam rechtzeitig zum Mittagessen zu erscheinen.

Gestärkt und voller Energie schmückten sich die Kinder mit bunten, farblich unterschiedlichen JuNa-Armbändern, die nicht nur ein Zeichen ihrer Zugehörigkeit waren, sondern auch die Vorfreude auf die bevorstehenden Aktivitäten symbolisierten. In sechs faszinierenden Stationen erwartete die Kinder eine Reise, die all ihre Sinne anregte. Die erste Station ließ die Kids den Wald durch ihre Sinne erfahren. Die zweite Station führte sie in die Welt des Försters, wo sie spannende Informationen über seinen Beruf erhielten und ihm all ihre Fragen stellen konnten. Anschließend ging es weiter zur Leidenschaft des Jägers, der ihnen die Geheimnisse der Wildtiere näherbrachte.

Besonders aufregend war auch die Station, in der die Kinder etwas über Erste-Hilfe-Maßnahmen lernten. Hier wurde ihnen spielerisch vermittelt, wie sie in Notsituationen richtig handeln können. Zudem ergab sich eine anregende Diskussion darüber, ob eine Wildkatze tatsächlich ein wildes Tier ist oder vielleicht doch als Hauskatze durchgeht. Solche Fragen regten die Fantasie an und sorgten für intensive Gespräche unter den kleinen Entdeckern.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war die kreative Holzscheiben-Bemalung. Mit Farben und Pinseln ausgestattet, ließen die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf und gestalteten einzigartige Kunstwerke, die sie stolz mit nach Hause nehmen konnten. Es war eine wunderbare Gelegenheit, sich künstlerisch auszudrücken und gleichzeitig die Naturmaterialien hautnah zu erleben.

Der Tag neigte sich dem Ende zu und fand mit einer herzlichen, aber leider viel zu kurzen Abschiedsrunde seinen Abschluss. Es war berührend zu sehen, wie die Kinder sich gegenseitig motivierten und anfeuerten, neue Freundschaften geschlossen wurden und sie das Gefühl hatten, Teil einer großen Familie zu sein.

Ein ganz großes Dankeschön gilt allen Helfer:innen, externen Experten:innen und vor allem den Kids, die diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: Auf zu neuen Abenteuern im Einklang mit der Natur!

Fotos und Text: Katja Barth

Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen
20 JuNas aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen trafen sich, um gemeinsam am Tag der Jungen Naturwächter teilzunehmen. Unter dem Motto „Werdet Natur-Held & Natur-Heldin“ fand der JuNa-Tag in Tharandt statt. An vier verschiedenen Stationen konnten die JuNas in Kleingruppen neues Wissen erwerben, verschiedene Entdeckungen machen und selbst mit anpacken.

Am Schlossteich wurden sie zu Wasserexperten: hier haben sie spannende Tiere und Pflanzen entdeckt, gekeschert und sogar mehrere Ringelnattern beobachten können. Im Forstbotanischen Garten Tharandt wurden die JuNas zu Wald-Abenteuern: gemeinsam erforschten sie das Gelände und bestimmten wichtige, heimische Baumarten. Auf der Burgruine warteten geheimnisvolle Bewohner mit ihren Fragen auf die Entdecker: Wie hört sich der Ruf einer Schleiereule an & was gefällt der Schlingnatter besonders gut an ihrem Lebensraum? Auch das Turmfalken-Paar drehte ein paar Runde um die Burgruine und die JuNas konnten in einer kleinen Mauerhöhle die Jungen sehen. Auf dem Burg-Berg wurde dann fleißig gerupft – gehackt – gesägt, denn hier wächst die Fetthenne, die für den stark gefährdeten Fetthennen-Bläuling die wichtigste Pflanze für die Ei-Ablage ist. Nach diesem Einsatz hat die Fetthenne wieder genügend Licht und Lebensraum, um den Sommer über gut wachsen zu können.

Nach diesen aufregenden Stationen war es auch Zeit für eine leckere Mittagspause – die JuNas erwartete ein Fladenbrot-Buffet mit verschiedenen Aufstrichen und Belegen aus dem Tharandter Bio-Laden „Frau Müller“. Eine kühle Limo durfte zur Erfrischung natürlich auch nicht fehlen!          
Zum Abschluss durften die JuNas ihr über den Tag gesammeltes Wissen bei einem Bingo-Quiz noch unter Beweis stellen – und haben als Anerkennung eine wohlverdiente „Eichelhäher“-Feder bekommen, die sie jetzt als wahre Naturhelden und -heldinnen auszeichnet!

Vielen Dank für diesen schönen und spannenden Tag, wir freuen uns auf euch bei der nächsten JuNa-Veranstaltung – wenn es wieder heißt gemeinsam Natur erfahren & bewahren!    

Text: Sophia Barnewitz

Fotos: Laura Demling

Landkreise Mittelsachsen und Chemnitz
Insgesamt 38 JuNas aus Chemnitz, Burgstädt, Weiditz, Freiberg und Eppendorf nahmen an diesem besonderen Tag teil. In fünf altersgerechten Gruppen erkundeten sie spannende Stationen rund um die Themen Ornithologie, Waldboden, Insekten-Pflanzenbeziehungen, Tropische Schmetterlinge Tiere in Terrarien und Aquarien. Dank der vielfältigen Möglichkeiten im Botanischen Garten konnten unter anderem das Schmetterlingshaus und das Vivarium in das Programm integriert werden. So bekamen die Kinder die Gelegenheit, heimische ebenso wie exotische Arten kennenzulernen. Begleitet und betreut wurden die JuNas von engagierten Ehrenamtlichen. Die Stationen wurden von fachkundigen Referentinnen der beteiligten Naturschutzstationen, dem NABU Chemnitz sowie von weiteren ehrenamtlichen Helferinnen und sogar einem JuNa-Kind gestaltet. Zwischen 10 und 13 Uhr durchliefen die Gruppen den Stationsbetrieb, bevor sich alle zum gemeinsamen Mittagessen versammelten. Zwei ehrenamtliche Helfer*innen sorgten mit einer köstlichen Kartoffelsuppe für das leibliche Wohl; dazu wurden Würstchen, Brötchen und Holundersirup gereicht. Den feierlichen Abschluss bildete die Übergabe von Urkunden an die teilnehmenden JuNas. Trotz der warmen Temperaturen waren alle mit Freude und Ausdauer dabei – ein gelungener Tag, der sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Helfenden und dem Team des Botanischen Gartens Chemnitz, die zum Gelingen dieses wunderbaren Tages beigetragen haben!

Bericht: Betty Neumann (NABU Burgstädt/Herrenhaide), Benjamin Franke & Linda JHeinrich (BUND RG Chemnitz)

Fotos: M. Fanghänel, L. Heinrich & B. Franke

Landkreis Bautzen
Eine Streuobstwiese erkunden, Vogelfedern bestimmen und am Teich keschern – die Jungen Naturwächter des Landkreises Bautzen konnten zum JuNa-Tag, am 14.06.2025, vieles erleben.

Auf dem Fischereihof Kleinholscha haben die JuNas an mehreren Stationen ihr Naturschutzwissen getestet. Mehr als 50 Kinder und Jugendliche der Basis- und Aufbaukurse haben an den Stationen gebastelt, geforscht und gerätselt. Abschließend erhielten die Teilnehmer ein kleines Präsent sowie ihr Zertifikat für den erfolgreichen Abschluss des Junge-Naturwächter-Jahres.

Fotos und Text: Cornelia Kobalz

Stadt Leipzig
Am JuNa-Tag drehte sich alles um die Farben der Natur. Fünf JuNa-Gruppen aus drei Leipziger Einrichtungen – Auwaldstation, Naturpädagogik Ameisenstraße und Naturschutzstation Partheland – erlebten einen kreativen und lehrreichen Nachmittag mit vielfältigen Mitmachstationen.

Highlights der Stationen:

Farben sehen – mit Iris Zerreich
Wie sehen Tiere Farben? Was bedeuten UV-Muster auf Blüten? Mit Spielen, Experimenten und Kreativaufgaben erkundeten die JuNas die Welt des Farbensehens.

Sprache der Farben – mit Michelle Ritter
Durch Farbspiele und Beispiele aus der Tierwelt lernten die JuNas, wie Farben in der Natur warnen, tarnen oder locken.

Farbspaziergang – mit Daya Södje
Mit Farbstreifen auf Naturfarben-Suche: Die Kinder sammelten passende Materialien und reflektierten über die Farbvielfalt in ihrer Umgebung.

Pflanzenfarben & Erdgeschichte – mit Elisabeth Wegner
Durch Experimente und Hörspiele entdeckten die JuNas die Entwicklung der Pflanzenfarben und stellten aus Naturmaterialien ihre eigenen Farben her.

Erdfarben & Sedimente – mit Beatrice Schlabes
Wie entstehen Farbpigmente aus Gestein? Die Kinder mahlten Steine, mischten Farben und bemalten sich kreativ.

Zwischen den Stationswechseln gab es abwechslungsreiche Spiele rund um die Wildkatze mit Nina Püschel vom BUND und weitere Naturspiele, die ein Verständnis für die komplexen Ökosysteme vermitteln mit Axel Weinert.

Zum Abschluss erhielten alle JuNas ihre Zertifikate für das Jahr – samt Bestimmungshilfen, kleinen Geschenken und anerkennenden Worten. Ein besonderes Engagement wurde mit einem eigenen Zeugnis gewürdigt.

Fotos: Christian Görsch

Landkreis Zwickau
Der diesjährige JuNa-Tag führte die Jungen Naturwächter*innen des Landkreises Zwickau gemeinsam mit ihren Familien auf eine Exkursion ins Limbacher Teichgebiet. Dabei folgten wir der Route des in diesem Jahr fertiggestellten neuen Naturlehrpfads, den wir fast komplett absolvierten.

Das Limbacher Teichgebiet ist ein innerhalb der EU bedeutsames Landschafts- und Vogelschutzgebiet im nordöstlichen Landkreis Zwickau. Daher waren auch die Vögel im Teichgebiet, denen unser besonderes Augen- (und Ohren)merk galt. Durchs Gebiet führte uns der Zootierpfleger und LPV-Mitarbeiter Tobias Rietzsch, dessen immenses Wissen um die Tier- und Pflanzenwelt im Gebiet die JuNas und ihre Eltern begeisterte. Tobias Rietzsch wusste auf jede Frage und zu vielen Unterwegsfunden spannende Geschichten zu erzählen. Warum zum Beispiel hört der Schilfrohrsänger auf zu singen, sobald ein Kuckuck in der Nähe ruft? Oder was hat es mit dem grün-braungesprenkelten Vogelei auf sich, das ein Teilnehmer mitten auf dem Lehrpfad gefunden hat? Und gibt es wirklich Vögel, die quieken wie Schweine? Dazu das Leben in einem kleinen Tümpel, wo sich Amphibien, Libellen und Spinnen tummelten. Oder die Symbiose zwischen Teichmuschel und Bitterling, über die eine Tafel am Lehrpfad informiert – und die eine Limbacher JuNa-Teilnehmerin uns prima erklären konnte, weil ihre Familie selbst einen Teich unterhält.

Unser Einstieg in den Lehrpfad erfolgte am Großen Teich und die Wanderung führte uns einmal komplett entlang. Im Laufe der Exkursion begegneten uns viele Vögel, die wir manchmal sahen, meist jedoch nur ihrem Gesang oder Ruf nach zu Ohren oder als Ei zu Gesicht bekamen. Hier die illustre Schar: Allen voran der Zilpzalp, dann Kuckuck, Schilfrohrsänger, Goldammer, Singdrossel, Mönchsgrasmücke, ein Feldschwirl, ein Rotmilan und sogar ein Pirol. Nicht entdeckt, aber im Gebiet zu Hause und anhand ihres Verhaltens von Tobias Rietzsch sehr eindrücklich beschrieben wurden außerdem Neuntöter und Eisvogel. Und natürlich dürfen die Wasservögel nicht fehlen, die in den zahlreichen namensgebenden Stillgewässern des Teichgebietes zu Hause sind: Höckerschwan, Bless- und Teichhuhn, Wasserralle (sie ist es, die wie ein Schwein quiekt) Haubentaucher, Stockenten und – leider von unserem Beobachtungsort aus zu weit entfernt – eine Lachmöwenkolonie.

Am idyllischen Großen Mühlteich inmitten hoher Vegetation und unter Weiden saßen wir dann alle zu einem erfrischenden Picknick zusammen. Bei 30 Grad im Schatten war dies eine willkommene Ruhepause, führte die Tour doch bis dahin weitgehend durch Offenland. Am See war gerade Schlupfzeit des Weidenblattkäfers.

Den Rückweg konnten wir dann zum Glück durch ein kleines Waldgebiet zurücklegen und kamen schließlich mit vielen Eindrücken wieder am Großen Teich an, wo wir von der Aussichtsplattform mit den Ferngläsern zum Schluss nochmal einige Wasservögel beobachten konnten.

Elf JuNas aus drei der vier aktuell laufenden JuNa-Gruppen an den Standorten Limbach-Oberfrohna, Neukirchen und Zwickau nahmen mit ihren Familien und Gruppenbetreuerinnen an der Exkursion teil. Fünf JuNas erhielten am Ende der Wanderung ihre Zertifikate für das erfolgreiche Absolvieren des JuNa-Grund- bzw. -Aufbaukurses.

Text: Peggy Stöckigt
Fotos: Manja Clemen

Landkreis Görlitz
Nach vielen Regentagen machten wir uns am 14.06. im Sonnenschein auf, um auf einer Erlebniswanderung auf den Rotstein seltene und geschützte Arten zu entdecken und einander vorzustellen.

Am Waldrand am Fuße des Rotsteins trafen sich die JuNa-Gruppen „Mutige Molche“ aus Ebersbach-Neugersdorf, die JuNa-Gruppe des Naturschutzzentrums Zittauer Gebirge und die JuNas aus Niederspree. Unterstützt wurde die Aktion auch durch die Naturschutzstationen Oberlausitz e.V. und Muskauer Heide e.V.

Als erstes konnten die Teilnehmenden auf einer Karte von Sachsen eintragen, wo ihre JuNa-Gruppe verortet ist – und schauen, wo die anderen herkommen und eine Idee davon bekommen, wie viele andere JuNa-Gruppen sich an diesem Tag in Sachsen treffen.

Bei der Sortierung nach Fußabdruck fand ein erstes Beschnuppern statt. Spielerisch tauschten wir uns über unsere Vorlieben und nicht so großen Vorlieben in der Natur aus (Wer hat Angst vor Spinnen? Wer liebt Amphibien? Wer freut sich auf diesen Tag und wer ist eigentlich noch ein bisschen müde?). Ein erstes Gruppenfoto wurde geschossen – das „Vorher“-Foto.

Dann ging es auch schon hinauf. Auch auf schmalen Pfaden gibt es viel zu entdecken: Neophyten am Wegesrand, Krabbeltiere, Lebensraum spendendes Totholz, von Fledermäusen ausgefressene Maikäfer, dünne und dick gefutterte Ameisen, … Nach dieser Etappe war es wirklich Zeit für einen kleinen Haselmaussnack mit anschließender Mittagspause. Gestärkt ging es nun zur Umrundung des Rotsteins.

Gemeinschaftlich stellten die JuNas aus Niederspree die von ihnen bei der Aktion „Naturschutz – was soll das? – JuNas stellen geschützte Arten vor“ gewählte Art vor: Den Eisvogel. Beim „Futterkarussell“ konnten sich auch die anderen Teilnehmer von der Gerechtigkeit bei der Fütterung der Jungtiere im Eisvogelnest überzeugen.

Am geheimnisvollen Zapfenbaum war Detektiv-Arbeit gefragt: Wieso liegen unter der Eiche so viele zerrupfte Zapfen? Könnt ihr euch einen Reim darauf machen, welcher besondere Schmied hier am Werk war?

An der nächsten Weggabelung hatten die „Mutigen Molche“ ein Spiel vorbereitet, in dem das ökologische Gleichgewicht zwischen Kammmolchen, Fischen und Fischottern greifbar wurde. Zu gerne hätten die Teilnehmer es noch mal gespielt und mit anderen Konstellationen experimentiert, doch der Rotsteingipfel lockte in der Ferne und so näherten wir uns dem Naturschutzgebiet. Achtsam und leise ließen wir Geschnatter und Spiel hinter uns und entdeckten die seltene Türkenbundlilie am Wegesrand.

Nun stellten auch die JuNas aus Zittau und dem Zittauer Gebirge ihre geschützte Art vor: einen weiteren Molch, nämlich den Teichmolch. In einem von ihnen vorbereiteten Interview konnten auch die anderen Teilnehmer viel über seine Lebensweise lernen.

Auf dem letzten Wegabschnitt vor dem Gipfel wurde es noch einmal abenteuerlich: Über und unter umgestürzten Bäumen verlief der Weg, umsäumt von Brennnesselgestrüpp. Letztendlich der Aufstieg! Geschafft und aus der Puste kamen wir am Aussichtsturm auf dem Rotstein an. Wer noch Kraft und Puste hatte, wagte sich die Metallstufen hinauf. Da die mit dem Zug angereisten JuNas aus Niederspree nun aufbrechen mussten, wurde es Zeit für die letzte Gruppenfoto: das „Nachher“-Bild. Erschöpfte Teilnehmer, aber glücklich.

Text: Sylvia Nick
Fotos: Elfi Kühnel und Sylvia Nick


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