Den letzten Schultag haben die Jungen Naturwächter vom LPV Torgau-Oschatz mit einem besonderen Übernachtungscamp im Forstbetrieb „Vor der Heide“ eingeläutet. Nachdem die Schlafplätze eingerichtet waren, ging es direkt an die Vorbereitung des Abendessens. Für die selbstgemachte Pizza wurde fleißig geschnippelt und ganz nebenbei sogar schon eine Frühsportliste für den nächsten Morgen erstellt.


Nach dem leckeren Abendessen begrüßten wir Wolfsexperte Jan Schöne von der Naturschutzstation Biberhof Torgau – NABU Sachsen. Er vermittelte uns viele spannende Informationen über den Wolf und beantwortete geduldig die zahlreichen Fragen unserer neugierigen JuNas bevor wir noch eine Wanderung machten und unsere Wildtierkamera anbrachten. Den Abend ließen wir gemütlich am Lagerfeuer mit Marshmallows am Stock ausklingen.






Am nächsten Morgen wurde die selbst aufgestellte Frühsport-Challenge natürlich auch umgesetzt, bevor sich alle gemeinsam beim Frühstück stärkten. Leider konnten wir bei der Auswertung der Wildtierkamera überhaupt keine Tiere feststellen. Das war etwas enttäuschend, aber wir wollen es an einer anderen Stelle erneut versuchen. Auf jeden Fall war unser Camp eine tolle Erfahrung und hat uns als Gruppe auch näher zusammengebracht. Ein gelungener Start in die Ferien mit viel Natur, Wissen und Gemeinschaft! Ein herzliches Dankeschön auch an Susanne, Nicole, Silke und Sven vom Forstbetrieb „Vor der Heide in Wohlau.“

Text: Karola Horn; Fotos: Nicole Müller (beide LPV Torgau-Oschatz)
Ansprechpartner für diese Gruppe im JuNa-Programm ist der Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz e.V.
Am 29. Juni 2026 waren fünf Kinder von der Großen und Kleinen Kinderumweltgruppe der Einladung gefolgt, Schleiereulen zu beringen. Olaf Schmidt ermöglichte es uns wieder, dabei zu sein.
Erster Stopp war das Trafohäuschen in Altmügeln. Olaf wies uns kurz ein und erklärte, was gemacht wird. Insbesondere für unsere zwei kleinen JuNas, die das erste Mal dabei waren, war es spannend. Leider gab es in Altmügeln keine Schleiereulenbabys zum Beringen.
Weiter ging es nach Nebitzschen. Zuerst waren alle etwas erschrocken, denn gleich nach dem Öffnen der Tür, sahen wir eine tote kleine Schleiereule am Boden liegen. Da Gewölle unten lagen, waren wir optimistisch, dass oben im Nest jemand wartet, der beringt werden soll.Olaf stieg die Leiter hoch. Leider lagen im Nest drei weitere tote Schleiereulen. Wir haben uns diese dann angesehen und konnten nur vermuten, dass den Eltern der vier sicher etwas zugestoßen ist. Sie wurden nicht mehr gefüttert und konnten somit nicht überleben. Traurig und etwas nachdenklich schauten wir nun. Olaf erklärte uns noch, wie die Beringung erfolgt und wohin er die Daten der Ringe meldet.

Am 7. Juli 2026 durften wir in Lüttnitz an der Beringung der Schleiereulen teilnehmen. Auch diesmal waren 5 Kinder der Kinderumweltgruppen anwesend. Anton und Konrad aus der kleinen Umweltgruppe gehörten diesmal zu den Teilnehmern. Auf deren Hof wohnen die Eulen nämlich. Los ging es auf den Boden des Seitengebäudes. Nun dauerte es lange, bis Olaf und Gunter wieder runterkamen. Frau Erdmann verriet zwischenzeitlich, dass es zwei Schleiereulenbabys sind.
Nun kam die Überraschung. Sechs Beutel mit Schleiereulenbabys brachten Olaf und Gunter mit. Alle freuten sich. Die Eulen waren unterschiedlich groß. Vom kleinen Flauschi bis zur Eule mit ersten Federn war alles vertreten. Alle Sechs wurden beringt und die Kinder durften alle mithelfen.




Vielen Dank an Olaf Schmidt für seine Mühe und dass wir immer dabei sein dürfen sowie an die Familie von Anton und Konrad.
Text: JuNa-Kind Estelle Brandt; Fotos: Corina Brandt
Ansprechpartner für die Kinder- und Jugendumweltgruppen Naundorf ist die Ökostation Naundorf.
- ← Ferienstart mit Wolf, Lagerfeuer & Pizza
- Spannende Nachtexkursion: Lichtfang und Fledermausnachtfang →
Bereits zum dritten Mal fand am 3. Juli 2026 im NSG Werbeliner See der „Tag der Artenvielfalt“ statt. Mit dabei waren die JuNa-Kinder der Naundorfer Kinderumweltgruppe.
Wir wurden von Heike Franke, Franz Jäger und Alexander Thomas begrüßt. Sie sind Mitarbeiter im Naturschutzgebiet. Schon beim Anmelden konnte man sich zwischen dem Fledermausfang oder dem Lichtfang von Insekten entscheiden.
Estelle schreibt über den Lichtfang von Insekten:
Drei Kinder unserer Gruppe waren für den Lichtfang von Insekten angemeldet. Der Lichtfang wurde von Andreas Raffelt geleitet. Zuerst erklärte er uns Nachtfalter und zeigte uns präparierte Tiere im Schaukasten. Danach kontrollierten wir die Pheromonfallen, die Andreas schon vor Beginn der Aktion aufgehangen hatte. Pheromonfallen sind Fallen, in denen Schmetterlinge, welche an diesem Abend das Hauptthema waren, lebendig gefangen werden sollten. Leider haben wir keine Schmetterlinge mit den Fallen angelockt. Dann trugen wir zwei Lockmittel auf Bäume auf. Ein Lockmittel war eine Mischung aus Malzbier, Banane und Sirup. Die andere Mischung war die gleiche, nur das darin Schwarzbier statt Malzbier war. Die Mischung war sehr klebrig und roch etwas.



Jetzt bauten wir einen Turm, der aus einem weißen Netz bestand, auf. Das war die Lichtfalle. Im Turm hing eine Lampe und durch das Licht sollten Insekten angelockt werden. Andreas erklärte uns, welche Arten von Nachtfaltern es gibt. Es gibt zum Beispiel so genannte Bären, Eulen, Spanner und Spinner. Im Vergleich zu den Tagfaltern, die ich so kenne, sind sie ziemlich groß.
Langsam dämmerte es und es ging so richtig los. Nachdem wir die Lockmittel an den Bäumen einwirken lassen haben, gingen wir schauen, was an den Bäumen los ist. An allen Bäumen, die wir mit dem Lockmittel bestrichen haben waren Tiere. Ameisen ließen es sich schmecken, aber auch unsere gesuchten Falter landeten beim Lockmittel. Wir fingen sie in Gläsern, die mit Ethern gefüllt waren, um sie zu bestimmen. Dafür waren sie kurz im Dämmerschlaf und flogen später wieder davon.
Wir fanden:
- Pappelspinner
- Ringelspinner
- einen Schmetterling namens Pudel
- Zimtbär
- Gelbleib – Flechtenbärchen
- und viele andere.



Zwei besondere Highlights waren das Schwarze Ordensband und das Rote Ordensband. Das sind sehr seltene Nachtfalter. Andreas hat in seiner 17 Jahre langen Expertenzeit für Schmetterlinge noch keines der beiden gefangen. Wir durften selbst die Schmetterlinge bestimmen. Das war gar nicht so einfach. Hier waren gute Augen und der Blick ins Detail gefragt. Andreas erklärte uns auch, wie er Schmetterlinge präpariert. Richtig spannend, wie das abläuft. Besonders beeindruckend war, dass die Tiere im Schaukasten so echt aussahen.
Am Beispiel des Schwarzen Ordensband und zwei anderer Schmetterlinge hat er uns gezeigt, wie die Tiere zum Präparieren getötet werden. Sie bekamen über eine Spritze Nikotinammoniaklösung. Danach entspannten sich die Tiere und wurden mit einer Nadel für den Transport fixiert. Die Präparation machte Andreas am nächsten Tag zu Hause.
Emma schreibt über den Nachtfang von Fledermäusen mittels Haarnetzen:
Ich war als einzige unserer Gruppe beim Nachtfang der Fledermäuse. Diese Aktion wurde durchgeführt von Colette Henrichmann und drei aus ihrem Team der NABU Leipzig.
Als erstes begannen wir an einer Kreuzung einer Pappelallee und dem Weg in Richtung des Aktionsstartes drei große Fangnetze mit einer Höhe von 6 bis 8 m quer über die Wege aufzubauen. Da es sehr windig war, war das nicht so einfach. Die Netze mussten immer mal wieder richtig positioniert werden. Dann wurde zur Ultraschall-Echoortung noch ein Bat-Detektor aufgebaut, welcher die ausgesendeten Echolaute in für uns hörbare Laute umwandelt. Jede Fledermausart hat eine besondere Rufcharakteristik in bestimmten Frequenzbereichen. Diese hochfrequenten Signale liegen zwischen 20 und 100 Hz.



Bisher sind folgende 5 Fledermausarten im NSG bekannt:
- Mückenfledermaus
- Wasserfledermaus
- Rauhautfledermaus
- Breitflügelfledermaus
- Großer Abendsegler.
Zuerst hatten wir im Netz nur eine Großlibelle und einige Mistkäfer. Dann entdeckten wir einen Nachtfalter, es war ein Weidenbohrer. Uns selbst mussten wir vor den Mücken schützen. Auf der Anzeigetafel hörten wir überwiegend Grillen. Erst kurz vor Ende der Aktion gegen 23.30 Uhr dann die ersten Fledermäuse. Wir hörten ihre Rufe und dann auch gleich drei Einschläge im Netz. Die Fachleute suchten die Netze mit rotem Nachtlicht ab und holten mit Handschuhen die drei Fledermäuse aus dem Netz. Sie machten sich lautstark bemerkbar. Jetzt wurde es spannend. Ich durfte mit den anderen Beobachtern zuschauen, wie die Art bestimmt wurde und das Geschlecht. Die Tiere wurden am Unterarm vermessen und gewogen. Beringt wurde heute keine.
Wir konnten auch 2 verschiedene Arten nebeneinander vergleichen. Dabei schimpften die Fledermäuse erst ersichtlich, beruhigten sich aber schnell. Wir hatten einen Großen Abendsegler, ein Männchen und von der Breitflügelfledermaus zwei Weibchen, wobei das eine Tier eine Zitze hatte, welche aktuell auf ein Jungtier hinwies. Alles wurde dokumentiert und dann wurde die Aktion auch beendet. Die Fledermäuse wurden wieder in die Nacht entlassen und flogen davon.


Wir halfen alle beim Abbau der Netze und kehrten dann zu der anderen Gruppe mit den Nachtfaltern zurück. Hier wurden beide Aktionen ausgewertet. Uns gelang kein Nachweis einer neuen Art in dieser Region, aber wir waren dankbar über die vielen Informationen zu den Fledermausarten und zur Arbeit des Teams bei der NABU Leipzig.
Wir bedanken uns bei Andreas Raffelt und Colette Henrichmann und Team sowie bei Heike, Franz und Alex vom Naturschutzgebiet Werbeliner See für den interessanten Abend und die Nacht. Es war ein tolles Erlebnis und wir haben viel Interessantes erfahren.
Text: Juna – Kinder Estelle Brandt und Emma Franke; Fotos: Annett Erdmann, Corina Brandt und Katrin Franke
Ansprechpartner für die Kinder- und Jugendumweltgruppen Naundorf ist die Ökostation Naundorf.
Welche Tiergruppe lebte bereits lange Zeit vor den Dinosauriern auf unserer Erde und umfasst heute ca. 70% aller existierenden Tierarten? Die JuNas Zittauer Gebirge hatten ziemlich schnell erraten, um wen es uns dieses Mal geht. Die Insekten! Hexapoda auf Latein, was so viel heißt wie die Sechsfüßer. In mannigfaltiger Artenvielfalt bevölkern sie unsere Erde, sind an beinahe allen Nahrungsketten und ökologischen Stoffkreisläufen beteiligt und sorgen für die Nahrungsgrundlagen für uns Menschen. So machten sich die jungen Forscherinnen und Forscher daran, Fragen auf den Grund zu gehen wie: Warum hätten wir ohne Insekten keine Baumwollkleidung? Warum haben einige Insekten Frostschutzmittel im Blut? Und warum erleichtern ihre Stinkefüße den Hummeln die Arbeit beim Pollen- und Nektarsammeln? Die Antworten auf diese Fragen waren schnell gefunden. Wisst ihr es auch? Wenn nicht, dann recherchiert mal nach und findet es heraus!



Gerade hatte es noch in Strömen geregnet und so wirklich optimistisch waren wir nicht, dass wir überhaupt Insekten finden. Doch kaum war der Regen vorüber, waren sie auf einmal überall: Auf Blüten, fliegend in der Luft, auf Blättern, an Bäumen, auf den Wegen. Auf einer kleinen Rundwanderung um das Ökozentrum Schülerbusch entdeckten die Kinder ein faszinierendes Insekt nach dem anderen.
Angekommen am Waldrand ging es in Zweierteams auf eine Challenge: Wer findet wohl die meisten Insekten? Eine Strichliste half hierbei, die Übersicht zu bewahren. Schnell füllten sich die Blätter mit Fünferbündeln an Strichen. Spätestens als ein Team Holunderäste mit Blattläusen entdeckte war klar: es sind einfach zu viele. Sie sind überall! Und: es sind unzählige!
Einige waren schnell bestimmt und erkannt. Nicht so jedoch ein asselähnliches Tier mit 6 Beinen, welches die erste Bestimmungsapp als Bandfüßer erkannte. Dass dies nicht sein konnte war uns klar, also wurde weiter geforscht und es stellte sich heraus, dass die Kinder Larven des Vierpunkt Aaskäfer entdeckt hatten.
Unter dem Mikroskop betrachtet sahen die Tiere mit ihren Facettenaugen und stark untergliedertem Körper noch faszinierender aus, als mit bloßem Auge. Immer wieder wurden neue Tiere gefunden und genau untersucht.

Da wir Menschen auf die Leistungen der Insekten angewiesen sind, sollten auch wir uns für sie interessieren und ihnen helfen, Nistmöglichkeiten und Nahrung zu finden. Das gelingt zum Beispiel mit einem naturnahen Garten oder der biologischen Landwirtschaft, die Lebensräume für Insekten schaffen.
Tipps zur Ökologischen Gartenbewirtschaftung findet ihr z.B. hier.
Text und Fotos: Elfi Kühnel.
Ansprechpartner für diese Gruppe ist das Naturschutzzentrum „Zittauer Gebirge“ gGmbh.
- ← Spannende Nachtexkursion: Lichtfang und Fledermausnachtfang
- Trafohaus als tierische Wohngemeinschaft →
Am 01. Juli konnte unsere JuNa-Gruppe das Trafohäuschen in Wohlau zum ersten Mal besichtigen. Da sich das Gebäude in einem guten baulichen Zustand befindet, unterstützt uns die Stadt Belgern-Schildau dabei, das ehemalige Trafohäuschen künftig für den Artenschutz zu nutzen.
In den kommenden Monaten möchten wir das Gebäude Schritt für Schritt zu einem wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tierarten entwickeln. Geplant sind Nisthilfen für Schleiereulen, Mauersegler, Fledermäuse, Schwalben und Singvögel. Auch die Außenseite wird aufgewertet: Dort sollen ein Insektenhotel sowie eine informative Schautafel entstehen, die Besucher über das Projekt und die Bedeutung des Artenschutzes informiert.



Ein herzliches Dankeschön geht an Olaf Schmidt von der NABU-Fachgruppe Ornithologie. Er gab uns zahlreiche wertvolle Tipps und Anregungen für die Umsetzung unseres Projekts. Anschließend machten wir uns – ausgerüstet mit unseren Ferngläsern – auf den Weg zum nahegelegenen Funkmast. Dort konnten wir drei junge Turmfalken bei ihren ersten Flugversuchen beobachten – ein ganz besonderes Erlebnis! Dank Olaf entdeckten wir außerdem viele weitere Vogelarten, darunter den Neuntöter, die Ringeltaube und die Türkentaube. Als krönenden Abschluss schlug sogar noch ein Feldhase direkt vor uns einen Haken.
Wir freuen uns darauf, dieses spannende Vorhaben gemeinsam umzusetzen und werden euch regelmäßig über die Fortschritte auf dem Laufenden halten!
Text und Fotos: Karola Horn, LPV Torgau-Oschatz e.V.
Ansprechpartner für diese JuNa-Gruppe ist der Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz e.V.
- ← Klein, aber Oho!
- Umweltehrenpreis für Estelle Brandt als Junge Naturwächterin der Grünen Welle in Naundorf →
