Dieser Frage, in der es darum ging, wo denn eigentlich die ganzen Tiere, die wir im Laufe des Jahres behandelt bzw. angetroffen haben, jetzt im Winter sind, gingen die Zittauer JuNas am 30. Januar 2024 auf den Grund.

Natürlich wussten die Kinder schnell einige Strategien zu nennen, die unterschiedliche Tiere im Winter anwenden. Eine der ersten Einwürfe war die Winterruhe des Eichhörnchens. Nachdem wir den Unterschied zwischen Winterschlaf und Winterruhe erörtert hatten und auch über die Aktivität von Tieren als Strategie gesprochen hatten, mussten wir selbst aktiv werden, denn ein starker und eisiger Wind fuhr uns durch die Kleidung und ließ unsere Finger gefrieren. Bevor sich die Kinder in winterruhende Eichhörnchen und winteraktive Marder verwandelten, fühlte jedes Kind den eigenen Puls. Die Eichhörnchen rannten dann von Kobel zu Kobel, um so dem Marder mehr oder weniger erfolgreich zu entkommen.

Die erneute Pulsfühlung nach dem vielen Rennen verdeutlichte, dass der Körper in der aktiven Phase viel Energie benötigt. Jede unnötige Bewegung während der Wintermonate bedeutet für winterruhende oder –schlafende Arten immer ein Risiko. Denn sie fahren den Energiehaushalt so weit wie möglich herunter, um so mit sehr wenig Nahrung über die Runden zu kommen. Doch sie müssen sich entsprechend gut vor Kälte schützen. Etwas aufgewärmt, bekam jedes Kind nun die Aufgabe, ein mit heißem Wasser gefülltes Filmdöschen bestmöglich vor Kälte geschützt an einem Ort in der Natur zu lagern. Während diese Filmdosen-Tiere in ihren Verstecken vor sich hinschlummerten, konnten die Kinder eine weitere Anpassung an den Winter nachempfinden: die Abwanderung. Als Störche flogen die Kinder von einer markierten Nord- zu einer Südlinie und mussten dabei den Gefahren der Reise, welche durch ein weiteres Kind repräsentiert wurden, ausweichen. Bei einem kleinen Imbiss auf der Decke, sprachen wir über andere Tierarten und deren Strategien, wie beispielsweise die Winterstarre der Amphibien und Fische oder über den Generationswechsel bei den Insekten.

Anschließend konnte die Wassertemperatur in den Filmdöschen gemessen werden. Von ursprünglichen 70°C erzielten die Kinder Ergebnisse zwischen 12 °C (unter die Grasnarbe gelegt) und 32 °C (in Moos und Gras verpackt und windgeschützt gelagert). Über die verschiedenen Ergebnisse kamen wir dazu, was denn gute Winterunterschlüpfe sind und welche Orte eher weniger geeignet sind bzw. wie sich die Tiere in weniger geschützten Bereichen anders wärmen können, zum Beispiel mit einem dichten Winterfell bei den winteraktiven Tieren.

Es hat allen viel Spaß gemacht, spielerisch die Winterstrategien der Tiere nachzuempfinden. Dennoch waren wir sehr froh, dass wir uns jetzt keinen solchen Unterschlupf bauen müssen, sondern zum Aufwärmen den Luxus einer geheizten Wohnung genießen können!