Am Samstag, den 25. April, traf sich die JuNa-Gruppe Freital-Tharandt erneut zu einem abwechslungsreichen Praxistag in der Natur. Dieses Mal stand das Thema Vogelbeobachtung und -bestimmung im Mittelpunkt – begleitet von einem ganz besonderen Gast: dem ehrenamtlichen Naturschutzhelfer Herrn Schmidt. Seit über 20 Jahren führt Herr Schmidt regelmäßig Vogelmonitorings auf derselben Fläche durch. Viermal im Jahr erfasst er dort die vorkommenden Vogelarten und meldet seine Daten an die Vogelschutzwarte Neschwitz. Diese wertet die Ergebnisse aus und kann so langfristige Entwicklungen der Vogelbestände in der Region nachvollziehen – ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz, den die Kinder aus erster Hand kennenlernen durften. Gemeinsam mit dem Experten tauchten die Jungen Naturwächter in die Welt der Vogelstimmen ein. Mit großer Begeisterung lauschten sie den Gesängen verschiedener Arten wie Zilpzalp, Stieglitz und Kernbeißer und lernten, diese zu unterscheiden. Besonders spannend war es, auch Spechte anhand ihres „Lachens“ und Trommelns zu erkennen. Sogar Turmfalken konnten während der Exkursion gesichtet werden. Mit der Zeit gelang es vielen Kindern, erste Vogelarten selbstständig am Gesang zu bestimmen – ein toller Lernerfolg! Im Anschluss führte der Weg hinauf zur Johannishöhe. Dort vertieften wir das Gelernte im Sitzkreis: Mithilfe von anschaulichen Materialien, Klangboxen und Plüschtieren wurden weitere Vogelstimmen wiederholt und gefestigt. Ergänzend beschäftigten sich die Kinder mit dem Aussehen verschiedener Arten und entdeckten dabei auch Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen (Geschlechtsdimorphismus), die sie spielerisch mit Bildkarten und Memory-Elementen zuordneten. Nach einer kurzen Pause, in der die Tiere des Hofes – Ziegen und Schafe – aus nächster Nähe erlebt werden konnten, ging es zum Abschluss noch einmal in den Wald. Dort erstellten die Kinder ihre eigene „Hörlandkarte“: Jede*r suchte sich einen ruhigen Platz und notierte, welche Vogelstimmen sie oder er erkennen konnte. Eine anspruchsvolle Übung, die Konzentration und genaues Hinhören erforderte. Es war ein rundum gelungener und lehrreicher Tag mit vielen neuen Eindrücken. Schon jetzt freuen sich die Jungen Naturwächter auf das nächste Treffen mit Herrn Schmidt – dann geht es um das Beobachten und Kartieren von Spechthöhlen und die Frage, wie es den Spechten in unserer Region geht.



Text und Fotos: Milena Müller und Lukas Vogt.
Ansprechpartner für diese Gruppe ist die Naturschutzstation Osterzgebirge e.V.
