Was genau ist eigentlich ein Gewölle? Und was hat es mit dieser etwas ungewöhnlichen „Eulenkotze“ auf sich? Mit diesen Fragen starteten die JuNa-Gruppen im Mai in Rödlitz, Neukirchen und Langenweißbach in eine spannende Forschungsaktion rund um die heimischen Eulen.
Gewölle sind unverdauliche Nahrungsreste, die Eulen nach einer Mahlzeit wieder auswürgen. Während die weichen Bestandteile der Beute verdaut werden, bleiben Knochen, Fell, Federn oder andere unverdauliche Teile zurück und werden in Form eines Gewölles ausgeschieden. Für Naturforscherinnen und Naturforscher sind diese Hinterlassenschaften besonders interessant, denn sie verraten viel über die Ernährung und Lebensweise der Eulen.
Ausgestattet mit Pinzetten, Lupen und jeder Menge Neugier machten sich die Kinder daran, die Gewölle sorgfältig zu untersuchen. Schicht für Schicht wurden Fellreste beiseitegelegt und dabei zahlreiche kleine Knochen freigelegt. Besonders spannend war das Entdecken von Schädeln, Kieferknochen und Zähnen, anhand derer sich die Beutetiere bestimmen ließen. So konnten die jungen Naturwächterinnen und Naturwächter herausfinden, welche Mäuse- und Kleinsäugerarten auf dem Speiseplan der Eulen standen.


Die Untersuchung der Gewölle bot einen faszinierenden Einblick in die Lebensweise heimischer Eulen und zeigte zugleich, wie eng verschiedene Tierarten in einem Ökosystem miteinander verbunden sind. Ganz nebenbei lernten die Kinder auch viel über den Aufbau von Skeletten und die Anatomie kleiner Säugetiere. Die Aktion machte deutlich, dass selbst unscheinbare Funde wertvolle Hinweise auf das Leben unserer heimischen Tiere liefern und wie wichtig es ist, die Natur aufmerksam zu beobachten.
Für die Kinder war es beeindruckend zu erleben, wie sich aus einem unscheinbaren Gewölle eine kleine Detektivgeschichte aus der Natur entwickeln ließ. Mit viel Begeisterung und Forschergeist gingen die Kinder den Spuren der Eulen auf den Grund und konnten dabei selbst erleben, wie spannend Naturschutz und wissenschaftliches Arbeiten sein können.
Text und Fotos: Peggy Stöckigt
Ansprechpartner für diese Gruppe ist die Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle/LPV Westsachsen e.V.
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