Für die Jungen Naturwächter vom Aufbaukurs der Auwaldstation Leipzig stand diesmal ein ganz besonderer Ausflug auf dem Programm: Gemeinsam ging es mit dem Zug ins OberHolzHaus-Waldpädagogikzentrum. Schon die Anreise fühlte sich wie ein kleines Abenteuer an. Während der Zugfahrt durfte natürlich auch die traditionelle Einstiegsrunde mit dem Gruppenmaskottchen „Fritzi Schleimfuß“ nicht fehlen – und ehe sich die Kinder versahen, war das Ziel auch schon erreicht.

Bereits auf dem Weg vom Bahnhof zum OberHolzHaus zeigten die JuNa ihre geschulten Naturforscher-Augen. Käfer, Spinnen und viele kleine Waldbewohner wurden entdeckt und bestaunt. Im Waldpädagogikzentrum angekommen, begrüßte uns Christiane Wolfram vom Sachsenforst und führte die Gruppe zunächst durch den botanischen Garten bis hin zu den beeindruckenden Blockhütten, die aus über 200 Fichtenstämmen gebaut sind.

Unterwegs begegneten die Kinder außerdem zwei ganz besonderen Bewohnern des Geländes: Max, dem neugierigen Eichhörnchen, und Finja, einem ausgebildeten Spürhund. Schnell war die Aufmerksamkeit der JuNa geweckt und die Fragen sprudelten nur so heraus.

In den Blockhütten erhielten die Kinder spannende Einblicke in die Arbeit von Förster*innen und Jäger*innen. Gemeinsam wurde diskutiert, ob es eigentlich richtig ist, gesunde Bäume für den Hausbau zu fällen. Mit einem anschaulichen Gedankenspiel machte Christiane deutlich, wie viele Dinge in unseren Wohnungen und Häusern tatsächlich aus Holz bestehen – vom Tisch bis zum Dachstuhl. So wurde den Kindern schnell klar, wie wichtig eine nachhaltige Waldwirtschaft ist.

Anhand verschiedener Zweige lernten die Jungen Naturwächter anschließend, Nadelbäume sicher voneinander zu unterscheiden. Außerdem zeigte Christiane, wie sich unterschiedliche Holzarten sogar an Möbeln erkennen lassen. Besonders spannend wurde es bei den zahlreichen Tierpräparaten. Die Kinder wollten alles ganz genau wissen: Wie erkennt man die verschiedenen Marderarten? Wie sieht eigentlich ein Marderhund aus? Und wie wachsen Hirschgeweihe? Erstaunt erfuhren die JuNas, dass ein Geweih der am schnellsten wachsende Knochen im Tierreich ist. Die Fragen nahmen kaum ein Ende – und Christiane beantwortete geduldig jede einzelne davon.

Doch irgendwann zog es alle hinaus in den Wald. Dort wurde das Gelernte direkt mit Bewegung und Teamarbeit verbunden. Beim Igelspiel bauten die Kinder in Gruppen möglichst gut isolierte Igelnester und überlegten gemeinsam, wie ein Igel im Winter möglichst wenig Wärme verliert. Anschließend führte der Weg weiter zum Damhirschgatter.

Da die JuNa unterwegs ständig neue Dinge entdeckten, entstanden immer wieder spontane kleine Forscherstationen. Tiere und Pflanzen wurden bestimmt, Besonderheiten besprochen und Zusammenhänge erklärt. Besonders begeistert waren die Kinder vom Scharlachroten Feuerkäfer, einer Blindschleiche und dem duftenden Waldmeister.

Mit verbundenen Augen ertasteten die Jungen Naturwächter später unterschiedliche Baumrinden und merkten dabei, wie verschieden sich Bäume anfühlen können. Direkt danach verwandelten sie sich selbst in „Bäume“ und transportierten spielerisch Wasser nur mithilfe von Naturmaterialien von den „Wurzeln“ bis in die „Kronenspitze“. So wurde anschaulich vermittelt, welche wichtige Leistung Bäume jeden Tag vollbringen.

Zum Abschluss erklärte Christiane noch, wie man eigentlich Förster*in wird und welche Themen in Ausbildung oder Studium eine Rolle spielen. Von Pflanzenkunde über Tierökologie bis hin zu Waldschutz und Holzverarbeitung – den Kindern wurde schnell klar, wie vielseitig dieser Beruf sein kann.

Mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Entdeckungen und jeder Menge Waldwissen im Gepäck machten sich die Jungen Naturwächter schließlich wieder auf den Heimweg. Ein Ausflug, der gezeigt hat, wie faszinierend und abwechslungsreich die Arbeit im und mit dem Wald sein kann.

Text und Fotos: Daya Södje.

Ansprechperson für diese Gruppe ist die Auwaldstation Leipzig gGmbH.