Diesmal trafen sich die JuNas der Praxisgruppe von der Auwaldstation Leipzig an einem sonnigen Samstag, um gemeinsam den Lebensraum Baum an Beispielen näher kennenzulernen. Dabei gingen wir einen langen Weg durch den Schlosspark bis ans Ende und weiter durch den Polenz, ein Revier nahe der geschützten Wiese des Wiesenknopf-Ameisenbläulings. Unterwegs sprachen wir an verschiedenen passenden Stellen über den Lebensraum Baum an Beispielen wie Hainbuche, Linde, Esche und Eiche. Die JuNas lernten außerdem den Weißdorn kennen, der ein Strauch (Hecke) und ein Baum sein kann. Auf dem Weg schauten wir an allen Stellen nach Vögeln und hielten dabei Ausschau mit den Ferngläsern. Dabei entdeckten wir einen Mäusebussard, einen Turmfalken, viele kleine Meisen und Spatzen und auch eine Taube hoch oben im Geäst. Insgesamt gab es mehr Vögel zu sehen als zur belaubten Zeit im Wald. Die JuNas erfuhren auch einiges über den Lebensraum von Eulen und ihrem saisonalen Verhalten während der Dämmerungszeit.

Am Waldrand entdeckten wir einen noch kleinen Weißdorn mit den auffälligen roten Früchten. Daneben wuchs eine Heckenrose mit ihren rotorangenen Hagebutten. Der Vergleich erlaubte uns, auf die Unterschiede der Dornen und Stacheln einzugehen und die Nutzung der Früchte zu besprechen. Jeder JuNa erhielt anschließend ein Bild eines Teils des Weißdorns oder eines Tieres, welches daran lebt oder davon profitiert. Sie hörten etwas über die Nutzung des Weißdorns (umgangssprachlich Hagedorn) und die Herkunft des Namens sowie über die Wirkung der Blüten, Blätter und der Früchte auf den menschlichen Organismus.

Anschließend gingen die JuNas zurück in die Auwaldstation, brauchten nach einer Mittagspause etwas Erholung von der Wanderung und hörten sich währenddessen eine Geschichte über das Parkgespenst an – den Waldkauz. Jetzt zur Winterzeit sind genau diese Vögel oft am Abend hörbar. Bestimmt werden ein paar mutige JuNas mit den Eltern demnächst einen abendlichen Spaziergang im Wald unternehmen, nur um einmal die Eulen rufen zu hören. Während dieser Hörgeschichte bastelten die JuNas ihre persönliche Botanisiertrommel, ein Gefäß zum Sammeln von Pflanzen. Bevor die Fotografie das Ablichten der Pflanzen direkt am Wuchsort ermöglichte, war das die beliebte Weise, Pflanzen sicher zu transportieren und zu Hause bis auf die Art zu bestimmen. Anschließend wurden diese Funde in einem Herbarium aufbewahrt. Diese Trommel gab es auch im Kleinformat und war zum Anfang des 20. Jahrhundert eine beliebte Geschenkidee für Kinder. Nun können die JuNas mit ihrer Botanisiertrommel, die mit Zweigen, Knospen und teilweise auch den Fruchtständen der jeweiligen Bäume bestückt wurde, die Bäume zu Hause, im Garten oder Park anhand der sichtbaren Merkmale vor Ort bestimmen.

Zum Schluss gab es noch genügend Zeit, um unseren Gruppennamen festzulegen. Da es eine gemischte Gruppe ist, wurde ein Wahlverfahren angewendet. Am Ende entschieden alle gemeinsam, dass „die Eisvögel“ ein passender Name sei. Wir verabschiedeten uns im Ausstellungsraum der Auwaldstation bei unserem Eisvogel-Präparat und gingen zufrieden und mit Vorfreude auf ein Wiedersehen nach Hause. Das nächste JuNa-Treffen findet am 3. Advent statt unter dem Motto: „Nachhaltige Weihnachten -Wie geht das?“. Wir werden Ideen dafür und geschichtliches darüber erfahren, diskutieren und basteln. Später gibt es für die JuNas die die Möglichkeit, mit naturinteressierten Kindern und Familien darüber ins Gespräch zu kommen, sowie über den Naturschutz und die „Jungen Naturwächter“ zu sprechen, unter Anleitung zu basteln und Naturgeschichten vorzulesen.

Text und Fotos: Beatrice Schlabes

Verantwortlich für diese JuNa-Gruppe ist die Auwaldstation Leipzig gGmbH.