Rückblick auf das Schmetterlings- und Wildbienen-Camp 2025 der Naturschutzstation Osterzgebirge e.V

Mit Rucksack, Neugier und einer guten Portion Abenteuerlust starteten am Sonntag, den 13. Juli, zwölf
Kinder und drei Betreuer*innen besondere vier Tage mitten in der Natur auf der Johannishöhe in
Tharandt. Ziel des Camps: Schmetterlinge und Wildbienen nicht nur bestaunen, sondern richtig gut
kennenlernen – mit allen Sinnen und ganz viel Entdeckerfreude.
Nach der Ankunft am Sonntag hieß es zunächst: Ankommen, Zelte beziehen und sich auf das Thema
einstimmen. Schnell war klar: Diese Tage würden mehr bieten als nur Ferien – hier wartete eine
spannende Forschungsreise. Erste Gespräche, spielerische Elemente und gemeinsames Vorbereiten der
Schlafplätze halfen dabei, die Gruppe zu einer kleinen Forschergemeinschaft zusammenwachsen zu
lassen.


Auf Schmetterlingspirsch und im Hummelrausch mit Antje Lindner, Lisa Becker und Milana
Müller

Am Montagmorgen ging es endlich los: ausgerüstet mit Bestimmungsbuch, Becherlupe und gespitzten
Sinnen machten wir uns mit der Expertin Antje Lindner (Grüne Liga Osterzgebirge e.V.) auf in die
nahegelegene Wiese in Tharandt. Und die hatte einiges zu bieten: flatternde Schmetterlinge in allen
Farben, summende Insekten, geheimnisvolle Raupen – die Kinder entdeckten, fragten, staunten. Mit
jeder Beobachtung stieg das Verständnis dafür, wie faszinierend und zugleich verletzlich diese kleinen
Tiere sind. Ziel war es, Schmetterlingsexperten zu werden – und der erste Schritt war gemacht.
Das Mittagessen aus der Brotdose schmeckte unter freiem Himmel gleich doppelt so gut, bevor der
Nachmittag ganz im Zeichen der Hummeln – einer speziellen Gruppe der Wildbienen – und Ihre
Nahrungspflanzen stand. Lisa Becker und Milana Müller (Johannishöhe Tharandt) brachten nicht nur
Fachwissen, sondern auch jede Menge Anschauungsmaterial mit. In einem anschaulichen Experiment
mit unterschiedlich langen Strohhalmen erfuhren die Kinder, warum manche Insekten bestimmte
Blüten bevorzugen – ein kleiner Aha-Moment mit großer Wirkung. Lisa hatte zudem echte
Wildbienen- und Hummel-Exemplare dabei und zeigte, wie man sie voneinander unterscheidet. Viele
Kinder waren überrascht, wie vielfältig diese Tiere sind – und wie viel es noch zu entdecken gibt.


Wildbienen ganz nah – mit Miriam Sauer
Am Dienstag besuchte uns Miriam Sauer (Praktikantin für das Waldpädagogikzertifiakt im
Umweltzentrum Freital e.V.), eine Referentin mit besonderer Expertise: Sie hat eine
Veranstaltungskonzeption zu Wildbienen und deren Lebensräumen vorgestellt. Die Inhalte der
Konzeption waren genau auf Kinder abgestimmt und luden zum Mitmachen, Nachdenken und Staunen
ein. Besonders eindrucksvoll war das „Lebensnetz“ – eine Methode, bei der die Kinder durch Fäden
sichtbar machten, wie alles in der Natur miteinander verbunden ist. Auf der Wiese erkundeten sie dann,
welche Bedingungen Wildbienen zum Leben brauchen: sandige Böden, naturnahe Flächen, Rückzugsorte. Mit spielerischen Methoden wurde deutlich, dass selbst kleine Veränderungen in der
Landschaft große Auswirkungen auf das Leben der Insekten haben können. Bei etwas regnerischen
Wetter konnten die JuNas Wildbienen-Nisthilfen bauen und sich mit den Bestimmungsapps für
Pflanzen und Insekten vertraut machen


Entdeckungsreise im Botanischen Garten
Der Mittwochnachmittag führte uns in den Forstbotanischen Garten Tharandt – ein echtes Highlight
der Woche. Ausgestattet mit Tablets, Bestimmungs-Apps und einer gesunden Portion Entdeckerlust
zogen die Kinder in Kleingruppen los. Sie identifizierten Pflanzen, beobachteten Insekten und
sammelten neue Erkenntnisse. Besonders aufregend: Die Sichtung von zahlreichen Fröschen, die
gerade dabei waren, vom Laich- zum Lebensgewässer zu wandern – ein faszinierendes
Naturschauspiel, das bei allen für leuchtende Augen sorgte.


Abschluss mit Herz und Verstand
Am Donnerstag hieß es dann: Abschied nehmen. Doch bevor Zelte abgebaut und Taschen gepackt
wurden, sammelten wir noch einmal alle Erlebnisse und Erkenntnisse der Woche. In einer großen
Reflexionsrunde erzählten die Kinder, was sie am meisten beeindruckt hat. Es wurde gelacht, erzählt
und sogar ein bisschen melancholisch auf das Ende der Campwoche geblickt. Die Begeisterung war
spürbar – und viele wünschten sich, das Camp würde noch ein paar Tage länger gehen.
Unser Schmetterlings- und Wildbienen-Camp war mehr als nur eine Ferienfreizeit – es war eine
intensive Begegnung mit der Natur, ein Lernabenteuer und ein Gemeinschaftserlebnis in einem. Die
Mischung aus fachlicher Tiefe, kindgerechter Vermittlung und echtem Naturkontakt machte die Woche
zu einem vollen Erfolg. Wir sind sicher: Die Kinder nehmen nicht nur neues Wissen mit nach Hause,
sondern auch ein geschärftes Bewusstsein für unsere kleinen geflügelten Mitbewohner – und vielleicht
sogar den Wunsch, ihre Welt ein bisschen besser zu schützen.

Text und Fotos: Sophia Barnewitz

Verantwortlich für den Beitrag ist die Naturschutzstation Osterzgebirge e.V.