Auf der Streuobstwiese des Landschaftspflegeverbands Nordwestsachsen herrscht gespannte Erwartung. Die Eilenburger JuNa’s haben sich nämlich einem ganz besonderen Vogel verschrieben: dem Wiedehopf. Mit seiner auffälligen Federhaube, die er wie ein kleiner Punk stolz aufstellen kann, und seinem elegant gebogenen Schnabel sieht er ziemlich exotisch aus – und doch ist er tatsächlich auch bei uns an der Mulde zuhause.

Damit sich der Offenlandbewohner in Eilenburg noch wohler fühlt, haben die JuNA’s im Winter kräftig zu Hammer und Säge gegriffen. Heraus kam ein stattlicher Nistkasten – und „stattlich“ ist hier keine Übertreibung. Das gute Stück ist groß, schwer und alles andere als ein gewöhnliches Vogelhäuschen.

Als im Frühjahr die ersten warmen Sonnenstrahlen die Streuobstwiese erreichten, war es dann so weit: Der Kasten sollte an seinen Platz. Doch einfach auf den Boden stellen oder schnell an einen Baum nageln? Fehlanzeige! Der Wiedehopf hat schließlich Ansprüche. In etwa 1 bis 1,50 Meter Höhe muss das neue Zuhause angebracht werden – mit freiem Blick Richtung Südosten, bitte schön. Schließlich liebt der Wiedehopf Waldränder, offene Wiesen und Weiden, wo er genügend Platz zum Jagen und Leben hat.

Mit vereinten Kräften haben die JuNA’s die Herausforderung gemeistert und den Kasten fachgerecht installiert. Jetzt steht er da, mitten in der Natur, bereit für seine ersten gefiederten Bewohner. Und nun beginnt das Warten und Beobachten. Wird ein Wiedehopf-Pärchen den neuen Nistkasten entdecken? Werden wir bald das typische „Hub-Hub-Hub“ hören? Oder zieht vielleicht jemand ganz anderes ein? Wir sind jedenfalls gespannt.

Text und Fotos: Angela Richter, LPV Nordwestsachsen

Ansprechpartner für diese Gruppe ist der LPV Nordwestsachsen e.V.

Im März war bei den Jungen Naturwächtern Chemnitz wieder einiges los – mit spannenden Themen, praktischen Aktionen und vielen gemeinsamen Erlebnissen in der Natur. Der Grundkurs startete mit einem Einblick in die faszinierende Welt der heimischen Amphibien. Dabei lernten die JuNas typische Arten wie Erdkröte, Grasfrosch und Teichmolch näher kennen und erfuhren, warum diese Tiere auf feuchte Lebensräume angewiesen sind und welche Gefahren ihnen auf ihren Wanderungen drohen. Neben der Artenkenntnis stand auch die besondere Lebensweise zwischen Wasser und Land im Fokus sowie die Frage, wie so viele Eier in ein Kröten- oder Froschweibchen passen. Ein Experiment mit aufquellenden Gummibärchen im Wasser verschaffte etwas Klarheit.

Im Aufbaukurs drehte sich zuächst alles um das wichtige Thema Erste Hilfe. Die Teilnehmenden konnten ihre Kenntnisse mit Malteser-Ausbilderin Julia und JuNa-Papa Martin gemeinsam vertiefen und vor allem praktisch anwenden. Besonders eindrücklich war das Üben der Reanimation an einer Übungspuppe, wodurch Sicherheit für den Ernstfall gewonnen wurde. Ein Kurs, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Selbstvertrauen stärkt.

Ein echtes Highlight im März war die Nistkastenbauaktion „Max Meise“, eine gemeinsame Veranstaltung des Umweltamtes/UNB Chemnitz, BUND RG Chemnitz und dem Verein Pilzfreunde Chemnitz e.V. Gemeinsam wurde gehämmert, geschraubt und gelernt – mit viel Engagement und handwerklichem Geschick entstanden zahlreiche Nistkästen für heimische Vogelarten. Auch einige JuNas waren bei dieser öffentlichen Veranstaltung dabei. In der Station konnte Vogelwissen für Groß und Klein getestet werden mit einigen Spiel- und Wissenstischen. Die fertigen Kästen leisten nun einen wichtigen Beitrag zum Vogelschutz in Chemnitzer Gärten.

Auch das Thema Müll und Müllvermeidung spielte eine große Rolle. In den Veranstaltungen wurde nicht nur über die Auswirkungen von Abfällen auf Natur und Tiere gesprochen, sondern auch ganz konkret überlegt, wie jeder Einzelne im Alltag Müll reduzieren kann. In der folgenden Woche standen die Müllsammelaktionen an: Der Grundkurs befreite das Gebiet rund um die Naturschutzstation in Chemnitz-Gablenz von Unrat, während sich der Aufbaukurs an der Aktion “Müll- und abfallfreie Naturschutzgebiete” in Chemnitz-Draisdorf in Kooperation mit der UNB beteiligte.

Zum Abschluss des Monats wurde es beim Osterbasteln etwas ruhiger, aber nicht weniger kreativ. In entspannter Atmosphäre entstanden individuelle Bastelarbeiten rund um das Osterfest oder allgemein zum Frühling.

Insgesamt war der März ein Monat voller Abwechslung: von spannender Artenkenntnis über wichtige Alltagskompetenzen bis hin zu praktischen Naturschutzaktionen und kreativen Momenten. Genau diese Mischung macht die Arbeit der Jungen Naturwächter so besonders – Lernen, Erleben und Mitgestalten gehen hier Hand in Hand. Vielen Dank an alle Unterstützenden!

Ansprechpartner für diese Gruppe ist die Naturschutzstation Chemnitz.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation Chemnitz (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.

Text: L. Heinrich (BUND Regionalgruppe Chemnitz) – JuNa-Koordination Chemnitz; Fotos: L. Heinrich und B. Franke

Praxistag der Jungen Naturwächter am 28. März 2026 auf dem Permahof (Hohnstein)

Die JuNas vom Permahof in Hohnstein hätten sich kaum einen schöneren Tag für ihren März-Praxistag aussuchen können. Nach tagelangem Regen zeigte sich am Samstag endlich wieder die Sonne, und selbst im noch kühlen Hohnstein war spürbar: Der Frühling hält Einzug, die Natur beginnt zu erwachen.

Schon beim anfänglichen Kreisspiel wurde deutlich, wie aufmerksam die JuNas ihre Umgebung wahrnehmen. Ob ein schwarzer oder blauer Vogel gesichtet wurde, ein Vogelei oder eine Feder gefunden, Vögel im Flug beobachtet oder beim Trinken am Wasser entdeckt – die Kinder hatten bereits eine ganze Menge erlebt und zu berichten. Was konnte man ihnen da überhaupt noch beibringen? Nun ja – ein bisschen vielleicht doch.

Also machten sich die JuNas im Anschluss auf die Suche nach den Merkmalen, die ein Tier eindeutig als Vogel kennzeichnen. Hohle Knochen, unterschiedliche Schnabelformen oder die Tatsache, dass Jungvögel ihr Singen – ähnlich wie wir das Sprechen – durch Nachahmung lernen: All das wurde spielerisch entdeckt und direkt angewendet. Aus verschiedenen Materialien setzten die JuNas schließlich selbst einen Vogel zusammen.

Doch Vogel ist nicht gleich Vogel – die Vielfalt ist groß. Nach einer kurzen Gruppenaufteilung, bei der sich die JuNas allein durch typische Bewegungen „ihres“ Vogels zu einem Schwarm zusammenfinden mussten, wurde es kreativ: Jede Gruppe gestaltete „ihren“ Vogel mit Naturmaterialien. Gar nicht so einfach – aber die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Der gepunktete Bauch des Turmfalken, der blau-grün schimmernde Schwanz der Elster oder der rote Fleck am Hinterkopf des Buntspechts machten die kleinen Kunstwerke unverwechselbar.

Nach so viel Beobachtung, Denken und Kreativität wurde es Zeit, selbst aktiv zu werden und etwas für die Natur zu tun. Denn wer sich mit Tieren beschäftigt, übernimmt auch Verantwortung für ihren Lebensraum. So machten sich die JuNas – ausgerüstet mit Schaufeln und viel Tatendrang – auf den Weg zu einem nahegelegenen Tümpel im Wald. Dieser ist eine wichtige Wasserstelle für viele Tiere, insbesondere in den trockeneren Monaten, wenn Wasser knapp wird.

Damit der Tümpel für seine tierischen Besucher zugänglich bleibt, muss er regelmäßig vom alten Laub befreit werden. Hier konnten sich die JuNas richtig austoben: Es wurde geschaufelt, gezogen und diskutiert – etwa darüber, wie viel Schlamm eigentlich im Tümpel bleiben sollte. Mit viel Engagement und Teamarbeit entstand so wieder ein wertvoller Lebensraum für die Tiere des Waldes.

Währenddessen begleitete uns der Wald mit seinen eigenen Stimmen: Immer wieder waren Vogelrufe zu hören, die wir zuvor kennengelernt hatten. Ein Buntspecht hämmerte in einer alten Fichte, und eine Elster zog laut rufend über unsere Köpfe hinweg.

Ein rundum gelungener Tag, der einmal mehr gezeigt hat, wie viel Freude es macht, die Natur nicht nur zu entdecken, sondern auch aktiv zu schützen.  

Danke an alle JuNas, die dabei waren und alle, die diesen Tag möglich gemacht haben! Bis bald in der Natur!


Text und Fotos: Naturschutzstation Osterzgebirge e.V.

Ansprechpartner für diese Gruppe ist die Naturschutzstation Osterzegebirge e.V.

Zum traditionellen Krötenzaun-Aufbau konnten wir am 27. März 2026 wieder zahlreiche Helfer und Helferinnen begrüßen. Bei strahlendem Sonnenschein wurden wieder 400 m Amphibienschutzzaun am Floßteich zwischen Reitzenhain und Satzung errichtet. Die JuNa-Gruppe „Naturforscherclub“ ist seit vielen Jahren fest eingebunden in die Errichtung und Betreuung der Amphibienschutzanlage. 23 Kinder und Jugendliche und 14 Erwachsene unterstützten uns diesmal tatkräftig bei dieser Aktion. Neben den Naturforscherclub-Teilnehmern beider Gruppen (Moorhühner, Zugvögel) waren auch wieder deren Familien und weitere Vereinsmitglieder dabei. Auch bei der Eimerkontrolle in den kommenden Wochen könnt ihr euch wieder beteiligen, es gibt noch einige wenige freie Plätze im Nuudel-Kalender!


Wir bedanken uns für die rege Mithilfe beim Aufbau und der nun anstehenden Betreuung des Zauns bei allen freiwilligen Helfern!

Foto/Text: Natura Miriquidica e.V.

Ansprechpartner für diese Gruppe ist die Naturschutzstation Pobershau.

Am Sonntag, den 22.03,. war das wilde Wolfsrudel bei einem spannenden Ausflug unterwegs.
Diesmal war unser Treffpunkt nicht an der Auwaldstation sondern im Botanischen Garten
Leipzig. Wir waren alle ganz aufgeregt, was uns heute erwarten wird. Nicht nur unser
Ausflugsort sorgte bei den JuNas für Begeisterung sondern auch der Überraschungsbesuch
von Daya, die von ihrem Auslandsprojekt zurück war und ihr wildes Wolfsrudel begrüßte.


Zusammen mit Rolf Engelmann vom Botanischen Garten begaben wir uns auf eine
spannende Erkundungstour durch die Gewächshäuser. Gemeinsam mit den JuNas erklärte er,
warum Botanische Gärten eine wichtige Arbeit für den Arten und Naturschutz leisten und
dass die Artenvielfalt dort nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch eine wichtige Rolle
für die Forschung
spielt. Die JuNas lernten, warum in verschiedenen Gewächshäusern
unterschiedliches Klima herrscht und welche Pflanzen im Toskana Garten, im Tropenhaus und
im Kakteenbereich zu Hause sind. Besonders im Tropenhaus fühlte sich Daya wieder
zurückversetzt in ihre Zeit in Costa Rica. Rolfs scheinbar unendliches Wissen begeisterte die
wilden Wölfe sehr. Es gab so viele interessierte und spannende Fragen, dass wir an den
einzelnen Stationen oft gar kein Ende fanden und länger verweilten als geplant.

Ein besonderes Highlight war für die JuNas und auch für uns Kursleitende der Blick hinter die
Kulissen des Botanischen Gartens.
Dort, wo sonst Türen verschlossen sind und Besuchende
keinen Zutritt haben, konnten wir zwischen Blumenerde, Substraten und Anzuchttöpfen
mehr über die wissenschaftliche Arbeit vor Ort erfahren
und auch spannende Einblicke in
teilweise giftige und fleischfressende Pflanzen bekommen.

Auch der Außenbereich des Gartens war mindestens genauso spannend. Hier konnten die JuNas mit ihrem Wissen aus
dem Leipziger Auwald überzeugen und zeigten großes Interesse an der aktuellen Baustelle.
Dort soll ein künstlicher Auwald entstehen, der die natürliche Überflutungsdynamik
nachahmt, die im echten Auwald durch zunehmende Wasserknappheit immer weiter
verloren geht. Außerdem erfuhren wir, dass im Teich des Botanischen Gartens rund 800
Teichmolche
leben. Rolf zeigte den wilden Wölfen, wie Forschende der Uni Leipzig mit
selbstgebauten Fangapparaturen die Molche fangen und bestimmen, um mehr über ihre
Lebensweise zu erfahren. Diese Forschungsarbeit weckte bei vielen JuNas großes Interesse
und vielleicht wurde hier der oder die ein oder andere zukünftiger Molchforscherin
geweckt.

Nach einer verdienten Mittagspause, in der der Wissensdurst der JuNas zum Thema
Schmetterlinge gestillt wurde, ging es in den lang ersehnten Schmetterlingsgarten. Dort
warteten schillernde Falter, Kokons und frisch geschlüpfte Schmetterlinge auf uns. Den
restlichen Nachmittag verbrachten wir damit, Schmetterlinge, Bienen und Hummeln zu
beobachten und ihre Vielfalt und Lebensweisen zu entdecken.


Zum Abschluss durften die JuNas noch eine eigene kleine Entdeckungstour durch den
Außenbereich machen, bevor sich unser Treffen langsam dem Ende näherte. In einer letzten
Gesprächsrunde verabschiedete ich (Caro) mich von der Gruppe und fragte nach den
Highlights aus dem letzten halben Jahr mit mir. Besonders schön war es zu hören, wie gut
den JuNas unsere Vogelzählung, der Teamtag und das Weidenschneiden gefallen haben.
Nun heißt es für mich Abschied nehmen vom wilden Wolfsrudel und ich übergebe sie wieder
in die bekannten Hände von Daya.


Mit einem letzten lauten Rudelheulen verabschiede ich mich und wünsche dem ganzen
Rudel weiterhin ganz viel Naturfreude und Begeisterung.

Text und Fotos: Caro Rackwitz & Daya Södje

Ansprechpartner für diese JuNa-Gruppe ist die Auwaldstation Leipzig gGmbH.