Säen, ernten, haltbar machen… Am 17. Juli ging es für die JuNa-Gruppe aus dem Pfaffengut in den Bauerngarten.

Zunächst wurde in einem Beet Gartenkresse ausgesät, die nach einer Woche schon gut gewachsen ist und beim nächsten Treffen für die Lagerfeuerküche geerntet werden kann.

Natürlich durften die Kinder auch Gemüse ernten: von den lila Möhren war leider ein Teil in die Blüte gegangen, sodass die Kinder hier gut aufpassen mussten, welche Möhren geerntet werden durften. Außerdem wurden noch Dill und Johannisbeeren gepflückt und natürlich auch einiges genascht.

Zum Abschluss ging es – rechtzeitig vor dem Regen – ab unter die Remise, wo die JuNas Sauerkraut herstellen durften. Der Spitzkohl aus dem Garten war nicht mehr ansehnlich genug für unsere Gemüsekisten gewesen, eignete sich allerdings noch prima zum Fermentieren. Das Garten-Team des Pfaffenguts hatte schon Vorarbeit geleistet und den Kohl geerntet und gehobelt. Zusammen mit den Möhren und 2% Salz wurde das Kraut in Wannen gefüllt und von den Kindern mit den Füßen gestampft. Abgefüllt in speziellen Töpfen wird aus dem Kohl nun mit der Zeit Sauerkraut, was spätestens im Herbst beim traditionellen Krautfest verkostet werden kann.

Text: Anna Schuster; Fotos: Anna Schuster und Michael Putz

Verantwortlich für den Beitrag sind die Jungen Naturwächter vom Pfaffengut Plauen.

Rückblick auf das Schmetterlings- und Wildbienen-Camp 2025 der Naturschutzstation Osterzgebirge e.V

Mit Rucksack, Neugier und einer guten Portion Abenteuerlust starteten am Sonntag, den 13. Juli, zwölf
Kinder und drei Betreuer*innen besondere vier Tage mitten in der Natur auf der Johannishöhe in
Tharandt. Ziel des Camps: Schmetterlinge und Wildbienen nicht nur bestaunen, sondern richtig gut
kennenlernen – mit allen Sinnen und ganz viel Entdeckerfreude.
Nach der Ankunft am Sonntag hieß es zunächst: Ankommen, Zelte beziehen und sich auf das Thema
einstimmen. Schnell war klar: Diese Tage würden mehr bieten als nur Ferien – hier wartete eine
spannende Forschungsreise. Erste Gespräche, spielerische Elemente und gemeinsames Vorbereiten der
Schlafplätze halfen dabei, die Gruppe zu einer kleinen Forschergemeinschaft zusammenwachsen zu
lassen.


Auf Schmetterlingspirsch und im Hummelrausch mit Antje Lindner, Lisa Becker und Milana
Müller

Am Montagmorgen ging es endlich los: ausgerüstet mit Bestimmungsbuch, Becherlupe und gespitzten
Sinnen machten wir uns mit der Expertin Antje Lindner (Grüne Liga Osterzgebirge e.V.) auf in die
nahegelegene Wiese in Tharandt. Und die hatte einiges zu bieten: flatternde Schmetterlinge in allen
Farben, summende Insekten, geheimnisvolle Raupen – die Kinder entdeckten, fragten, staunten. Mit
jeder Beobachtung stieg das Verständnis dafür, wie faszinierend und zugleich verletzlich diese kleinen
Tiere sind. Ziel war es, Schmetterlingsexperten zu werden – und der erste Schritt war gemacht.
Das Mittagessen aus der Brotdose schmeckte unter freiem Himmel gleich doppelt so gut, bevor der
Nachmittag ganz im Zeichen der Hummeln – einer speziellen Gruppe der Wildbienen – und Ihre
Nahrungspflanzen stand. Lisa Becker und Milana Müller (Johannishöhe Tharandt) brachten nicht nur
Fachwissen, sondern auch jede Menge Anschauungsmaterial mit. In einem anschaulichen Experiment
mit unterschiedlich langen Strohhalmen erfuhren die Kinder, warum manche Insekten bestimmte
Blüten bevorzugen – ein kleiner Aha-Moment mit großer Wirkung. Lisa hatte zudem echte
Wildbienen- und Hummel-Exemplare dabei und zeigte, wie man sie voneinander unterscheidet. Viele
Kinder waren überrascht, wie vielfältig diese Tiere sind – und wie viel es noch zu entdecken gibt.


Wildbienen ganz nah – mit Miriam Sauer
Am Dienstag besuchte uns Miriam Sauer (Praktikantin für das Waldpädagogikzertifiakt im
Umweltzentrum Freital e.V.), eine Referentin mit besonderer Expertise: Sie hat eine
Veranstaltungskonzeption zu Wildbienen und deren Lebensräumen vorgestellt. Die Inhalte der
Konzeption waren genau auf Kinder abgestimmt und luden zum Mitmachen, Nachdenken und Staunen
ein. Besonders eindrucksvoll war das „Lebensnetz“ – eine Methode, bei der die Kinder durch Fäden
sichtbar machten, wie alles in der Natur miteinander verbunden ist. Auf der Wiese erkundeten sie dann,
welche Bedingungen Wildbienen zum Leben brauchen: sandige Böden, naturnahe Flächen, Rückzugsorte. Mit spielerischen Methoden wurde deutlich, dass selbst kleine Veränderungen in der
Landschaft große Auswirkungen auf das Leben der Insekten haben können. Bei etwas regnerischen
Wetter konnten die JuNas Wildbienen-Nisthilfen bauen und sich mit den Bestimmungsapps für
Pflanzen und Insekten vertraut machen


Entdeckungsreise im Botanischen Garten
Der Mittwochnachmittag führte uns in den Forstbotanischen Garten Tharandt – ein echtes Highlight
der Woche. Ausgestattet mit Tablets, Bestimmungs-Apps und einer gesunden Portion Entdeckerlust
zogen die Kinder in Kleingruppen los. Sie identifizierten Pflanzen, beobachteten Insekten und
sammelten neue Erkenntnisse. Besonders aufregend: Die Sichtung von zahlreichen Fröschen, die
gerade dabei waren, vom Laich- zum Lebensgewässer zu wandern – ein faszinierendes
Naturschauspiel, das bei allen für leuchtende Augen sorgte.


Abschluss mit Herz und Verstand
Am Donnerstag hieß es dann: Abschied nehmen. Doch bevor Zelte abgebaut und Taschen gepackt
wurden, sammelten wir noch einmal alle Erlebnisse und Erkenntnisse der Woche. In einer großen
Reflexionsrunde erzählten die Kinder, was sie am meisten beeindruckt hat. Es wurde gelacht, erzählt
und sogar ein bisschen melancholisch auf das Ende der Campwoche geblickt. Die Begeisterung war
spürbar – und viele wünschten sich, das Camp würde noch ein paar Tage länger gehen.
Unser Schmetterlings- und Wildbienen-Camp war mehr als nur eine Ferienfreizeit – es war eine
intensive Begegnung mit der Natur, ein Lernabenteuer und ein Gemeinschaftserlebnis in einem. Die
Mischung aus fachlicher Tiefe, kindgerechter Vermittlung und echtem Naturkontakt machte die Woche
zu einem vollen Erfolg. Wir sind sicher: Die Kinder nehmen nicht nur neues Wissen mit nach Hause,
sondern auch ein geschärftes Bewusstsein für unsere kleinen geflügelten Mitbewohner – und vielleicht
sogar den Wunsch, ihre Welt ein bisschen besser zu schützen.

Text und Fotos: Sophia Barnewitz

Verantwortlich für den Beitrag ist die Naturschutzstation Osterzgebirge e.V.


Intakte Moore sind für den Klimaschutz enorm wichtig. Schon seit längerem plante daher Patrick Prüß, Leiter des Amerika-Tierparks in Limbach-Oberfrohna, das Anlegen eines Moorbeetes auf dem Tierpark-Gelände, mit welchem er den Besucher*innen die Bedeutung dieses Lebensraumes näherbringen kann. Die Gegend um Limbach war früher von Niedermooren geprägt, inzwischen sind diese jedoch alle trockengefallen oder wurden trockengelegt. Für die JuNas war dies ein Grund, sich in der Umgebung auf Moorpirsch zu begeben, so geschehen im April bei einer Exkursion ins Limbacher Naturschutzgebiet „Am Schafteich“, einem als moorähnlich eingestuften Lebensraum. Früher wurde hier sogar noch Torf gestochen, wovon jedoch heute nichts mehr zu sehen ist.
Umso so größer war die Freude bei den JuNas, als für die letzten beiden Juniwochen ihre Mitarbeit im Tierpark angefragt wurde. Dort hatte das Team des Tierparks bereits mit dem Bagger eine tiefe Mulde ausgehoben: das künftige Moorbeet. Gemeinsam mit Patrick Prüß verlegten wir also Teichfolie und bohrten zunächst Löcher in viele Wassertanks, die wir dann auf dem Boden des Beetes verteilten. Danach hieß es, den trocken angelieferten Weißtorf einzuschlämmen, sinnliche Erfahrungen beim Bearbeiten mit bloßen Händen – und später auch Füßen – inklusive! Per Schubkarre transportierten die JuNas dann unermüdlich den Torf ins Beet.
Im nächsten Schritt beschäftigten wir uns mit den Pflanzen. Da es sich um einen Amerika-Tierpark handelt, sollten überwiegend Pflanzenarten aus Nordamerika im Beet ihre Heimat finden, darunter verschiedenfarbige Schlauchpflanzen und andere Karnivoren, also fleischfressende Pflanzen. Mit Hilfe von Pflanzensteckbriefen fanden die JuNas jedoch schnell heraus, dass der Rundblättrige Sonnentau und das Fettkraut auch bei uns heimisch sind. Und nach anfänglichen Berührungsängsten merkten sie beim anschließenden Einsetzen der Pflanzen, dass wir Menschen nicht ins Beutespektrum der fleischfressenden Pflanzen gehören.
Die Vorfreude auf glitschig-kalten Moorschlamm, in den die JuNas beim Bepflanzen hineinsinken würden, hat sich dann leider nicht ganz erfüllt. Es braucht wirklich sehr viel Wasser, der Torf saugt alles auf wie ein Schwamm. Deutlich wurde dies auch durch die entnommene Bodenprobe, die wir mit dem Boden einer Streuobstwiese verglichen. Da zeigt sich also das große Potenzial vom Moor als Wasserspeicher!
Das Eis zum Abschluss des JuNa-Jahres, das wir im Schatten der Bäume genossen, brachte schnell Erholung, und ein Rückblick auf die Themen des vergangenen Jahres rief schöne Erinnerungen an die Erlebnisse dieses Jahres nochmal ins Gedächtnis. Die JuNas freuen sich nun auf weitere spannenden Erkundungen im neuen Schuljahr und werden natürlich auch die Entwicklungen im Moorbeet im Auge behalten!

Text & Fotos: Peggy Stöckigt

Verantwortlich für den Beitrag und Ansprechpartner für die JuNas in Limbach-Oberfrohna ist die Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle / LPV Westsachsen e. V.

Rückblick auf den 20. bis 22. Juni 2025

Der Freitag startete für die Kinder um 16 Uhr. Während alle langsam, aber sicher im Camp ankamen, richteten sie sich ein und konnten den Permahof erkunden. Insgesamt zählten wir 15 Kinder, drei Betreuer und zwei Betreuerinnen. Einige waren in den letzten Jahren schon dabei gewesen, manche zum ersten Mal. Auch für mich war es das erste Camp-Abenteuer auf dem Permahof, und ich fand mich schnell ein, nachdem mir einige der „Stammkinder“ eine kurze Einführung gegeben hatten.

Den ersten Nachmittag verbrachten wir mit kleineren Kennenlernspielen. So sollten die Kinder beispielsweise eine Plane umdrehen, auf der sie standen – ohne diese zu verlassen – oder mit Unterstützung über ein Seil balancieren, das von der Gruppe im Kreis gespannt wurde. Außerdem legte uns Frank 15 Stöcke mit der Aufgabe hin: „Baut eine Brücke.“ Die Bezeichnung „Da-Vinci-Brücke“ kannten zu diesem Zeitpunkt nur die „Stammkinder“. In einer kleinen Freizeiteinheit gaben wir den neuen Kindern die Möglichkeit, sich an die vielen Eindrücke zu gewöhnen. Einige übten Knoten, andere spielten Tischtennis oder Fangen, und wieder andere halfen Karla und Jule beim Vorbereiten des Abendessens.

Nachdem alle gestärkt waren, installierte Frank im nahen Waldstück gemeinsam mit einer Handvoll Kindern eine Wildkamera, während die übrigen mit Marco und mir ein Feuer entfachen sollten. Keine leichte Aufgabe, denn wir hatten uns die Herausforderung gesetzt, auf Feuerzeug und Streichhölzer zu verzichten. Erlaubt war nur der Feuerstahl. Abwechselnd reichten wir uns die Werkzeuge, während von den Zuschauenden ein „Oh“ oder „Fast haben wir’s!“ zu hören war. Auch das sehr trockene Stroh genügte nicht, und wir waren kurz davor aufzugeben – bis Frank mit einem Stück Wolle wiederkam. Es fühlte sich fast wie Schummeln an. Doch schon das erste Kind schaffte es, die Wolle zum Lodern zu bringen – und es wurde Licht!

Nach getaner Arbeit bereitete sich jedes Kind einen Knüppelkuchen am Feuer zu. Dann machten sich alle bereit für die Nachtwanderung zum Wald der Glühwürmchen. Leider waren wir etwas zu spät – die kleinen „Leuchtkäfer“ waren kaum noch zu sehen. Im Anschluss gingen alle schlafen, während die Betreuenden noch eine Weile am Feuer saßen – bis aus beiden Zelten kein Mucks mehr kam.

Bereits um 5 Uhr wurde ich von den ersten Kindern geweckt, weil sie meine Hilfe brauchten. Ich war erschöpft, aber irgendwie sehr zufrieden mit der Stimmung. Für die größeren Menschen und mich bereitete ich Kaffee zu und half danach den kleineren Menschen beim Versuch, eine Leiter aus Reepschnüren an einem Baum zu bauen. Gemeinsam erprobten wir den sogenannten Prusikknoten. Nach dem Frühstück packten sich alle Kinder die Brotdose, und zu dritt zogen wir mit 15 Kindern los. Frank hatte eine Wanderung geplant, und um 15 Uhr sollten wir wieder zurück sein.

Neben kleineren Spielen bekamen wir die Möglichkeit, die wilde Seite der Sächsischen Schweiz zu erkunden. Frank und Karla erklärten den Kindern die Entstehungsgeschichte der Sandsteinfelsen. Es war sehr heiß an diesem Tag, auch wenn wir die meiste Zeit im Schatten unterwegs waren. Die meisten Kinder kamen ziemlich erschöpft im Camp an und gönnten sich eine kurze Pause. Doch sobald Frank den Rasensprinkler anschloss, krochen die ersten wieder aus den Zelten.

Nach einer kurzen Erfrischung, etwas Freizeit und ein paar Runden „Zwei Wahrheiten und eine Lüge“ ging es schon wieder ans Abendessen. Alle packten mit an, denn heute sollte es selbstgemachte Pizza geben. Frank und Karla besaßen einen großen Lehmofen, in dem die Pizza gebacken werden sollte. Die kleine Gruppe, die nicht knetete oder schnippelte, übte sich beim Spielen der Gitarre, Mandoline sowie Töpfe und Pfannen. Das Gute an selbstgemachter Pizza ist, dass für jeden etwas dabei ist.

Gestärkt und wieder fit, ging es für alle in eine letzte Spielzeit am Abend. Danach versammelten wir uns zum Schnitzen am Lagerfeuer. Dieses Mal hatte Frank für jeden ein Stück Wolle, und wer wollte, durfte versuchen, es mit dem Zündstahl zum Brennen zu bringen. Mit den Erfahrungen vom Vortag starteten wir dieses Mal etwas früher zur Glühwürmchen-Exkursion – und tatsächlich konnten wir ein paar mehr der kleinen Tierchen sehen. An der Stimmung der Kinder spürte man die Begeisterung – und auch mir wurde die Möglichkeit geboten, das magische Spektakel erneut mit Kinderaugen zu erleben.

Dass es danach ins Bett ging, mussten wir den Kindern nicht extra sagen. Alle gingen recht freiwillig ins Bett, und auch in den Zelten waren schnell die Lichter aus. Auch wir Erwachsenen konnten uns an diesem Abend nicht lange am Feuer halten. Wir gingen zu Bett, um fit für den nächsten Morgen zu sein.

Das erste Kind krähte am nächsten Morgen erst gegen 7 Uhr. Ich konnte auf Grund der Temperaturen nicht lange schlafen und drehte vorher schon eine kleine Runde. Am beeindruckendsten fand ich, dass die Kinder am letzten Tag wie ausgewechselt waren. Es war eine so heimische Atmosphäre entstanden und die meisten Kinder waren bereit für eine ganze Woche. Leider packten alle stattdessen ihre Koffer für die Heimreise. Glücklich und zufrieden vertrieben sie sich die Zeit mit kleineren Spielen, bis sie von Ihren Eltern geholt wurden. Einigen übten sich auch nochmal an der „Da Vinci Brücke“.

Text und Fotos: P. Miersch

Verantwortlich für den Beitrag ist die Naturschutzstation Osterzgebirge e.V.

Am 25.06.2025 fand unser letztes JuNa-Treffen vor den Sommerferien statt und es war nochmal richtig schön!

Wir starteten am Forsthaus vor der Heide, wo alle Kinder ihren Stempel ins Logbuch setzen konnten. Danach ging’s direkt weiter zum Wohlauer Dorfteich, ab in den Schatten mit frischer Melone und knackigen Haferkeksen zur Stärkung. Beim gemütlichen Plausch über die bevorstehenden Ferien verrieten wir auch schon das Thema des Tages: Ameisen! Gemeinsam suchten wir die Ameisenkolonie, die wir beim letzten Treffen entdeckt hatten, und beobachteten ihr geschäftiges Treiben. Mit Stöckern veranschaulichten wir die beeindruckende Größe eines Ameisenhügels, legten eine kleine Futterspur, in der Hoffnung, dass ein paar Ameisen ihr folgen und sammelten das Wissen der Kinder rund um diese faszinierenden Insekten.

Ein rundum gelungenes Treffen zum Ferienstart – mit Neugier, Natur und ganz viel guter Laune!

Fotos und Text: Lara Säger

Verantwortlich für den Beitrag und Ansprechpartner für die JuNas aus Torgau ist der LPV Torgau.