Mit zwölf Kindern begab sich die JuNa-Gruppe Freital-Tharandt am 3. Mai 2025 auf eine spannende Erkundungstour zum Thema Haselmaus. Treffpunkt war um 10:30 Uhr am Bahnhof Tharandt. Von dort aus wanderten wir ein kleines Stück gemeinsam durch den Wald zum Umweltbildungshaus Johannishöhe. Den Weg nutzten wir für eine bewusste Einstimmung: In stiller Atmosphäre nahmen wir den Wald mit all unseren Sinnen wahr und öffneten uns für das bevorstehende Naturerlebnis.

Am Umweltbildungshaus angekommen, starteten wir mit Kennlernspielen im Freien, bevor es in den Seminarraum ging. Dort erwartete uns ein informativer Einstieg in das Thema: Ein kurzer Film über die Haselmaus sowie ein präpariertes Exemplar vermittelten Wissenswertes über Lebensweise, äußere Merkmale und typische Spuren, etwa die charakteristische Öffnungsweise von Haselnüssen. Das erworbene Wissen wurde im Anschluss gemeinsam mit den Kindern in einem Steckbrief zur Haselmaus festgehalten.

Nach dem Mittagessen folgte der kreative Teil des Tages: Der Bau von Spurenfallen aus leeren Tetrapacks, die mit einer speziellen Kohlepaste präpariert wurden. Ziel ist es, mögliche Aktivitäten der scheuen Tiere nachweisen zu können. Im Anschluss begab sich die Gruppe erneut ins Gelände: In umliegenden Haselhecken suchten wir gezielt nach geöffneten Haselnussschalen, hängten spezielle Haselmauskästen auf und brachten die gebastelten Spurenfallen in geeigneten Bereichen an. Dabei gelang sogar der Fund eines verlassenen Nestes. Deutlich wurde auch, wie wichtig Hecken als strukturreiche Lebensräume für Arten wie die Haselmaus sind – gerade in einer zunehmend ausgeräumten Agrarlandschaft.

Gegen 14 Uhr setzte Regen ein, sodass wir ins Haus zurückkehrten. Dort untersuchten wir die gesammelten Haselnussschalen auf charakteristische Fraßspuren – leider ohne Nachweis auf die Haselmaus. In einer gemeinsamen Abschlussrunde reflektierten wir die vielfältigen Eindrücke des Tages, bevor die Kinder abgeholt wurden.

Text und Fotos: Toni Ritzka      
Leitung: Milana Müller (Umweltbildungshaus Johannishöhe) und Lukas Vogt (Umweltzentrum Freital) 

Interesse? Mehr Praxistage und Camps der Jungen Naturwächter findet ihr unter: https://www.naturschutzstation-osterzgebirge.de/junge-naturwaechter/veranstaltungen

Verantwortlich für den Beitrag und Ansprechpartner für die JuNas aus Freitals ist die Naturschutzstation Osterzgebirge.

Gemeinsam mit Irina Kubat und der JuNa Gruppe der Grundschule Graupa zogen wir los in Richtung Grünes Klassenzimmer um essbare Wildkräuter zu sammeln. Wie jede Referentin wurde Frau Kubat auch hier wieder mit Fragen überhäuft. Die erste Möglichkeit ihr Kräuterwissen zu zeigen bekamen die Kinder beim Namensspiel. Auf eine Decke wurden Bildkärtchen von Wildkräutern gelegt. Jedes Kind sollte sich eine Karte schnappen und dann der Refihe nach sich selbst und das Wildkraut vorstellen. Wichtig war hier vor allem, wo die Pflanze gefunden wurde und wie sie geschmeckt hat.

Bevor wir mit dem Sammeln anfingen, gingen wir zunächst Regeln durch, die wichtig sind, damit sowohl Pflanzen als auch Kinder gesund und munter weiterwachsen können. Zunächst stellte uns Frau Kubat zwei Pflanzen vor, bei denen wir die ersten Bestandteile naschen durften. Hirtentäschel und Wicke sollten Pflanzen werden, welche die Kinder auch auf Meter Entfernung noch Monate später bestimmen konnten. Der Hit an diesem Tag war tatsächlich kein Kraut, sondern tatsächlich ein Baum mit herzförmigen Blättern. Viele der Kinder bekamen nicht genug von den Blättern der Linde und wir waren froh, dass der Borsberg-Wald mehr als genug zu bieten hatte.

Neben den genannten drei Arten wurden auch Klassiker wie Rotklee, Spitzwegerich, Schafgarbe und einige Andere vorgestellt. Den meisten Kindern waren die Klassiker auch ein Begriff. Bei fast jeder Veranstaltung konnte ich auch damit rechnen, dass wenigstens ein Kind losrannte um Spitzwegerich zu sammeln, wenn es auch nur das Wort „Biene“ oder „Mücke“ hörte. Auch bei dieser Veranstaltung gab es wieder einen Mückenstich und sofort waren zwei Kinder mit Blättern der lanzettlichen Pflanze zur Stelle.

Auf dem Weg durch das grüne Klassenzimmer sammelte jedes Kind mit einem Beutel bewaffnet nach den besagten Pflanzen. Die Ausbeute zum Schluss konnte sich sehen lassen und war sehr vielfältig.

Zurück auf dem Schulgelände organisierten drei Kinder mit mir aus der Schulküche Tabletts und Messer um die Pflanzen kleinzuschneiden. Außerdem gab ich einem Kind eine große Wasserschüssel mit, um die Pflanzen gut zu waschen. Frau Kubat hatte selbstgebackenes Brot und Kräuterquark mitgebracht und jedes Kind durfte sich ein paar Brote selber belegen. Neben Speisen hatten wir auch vorher kochendes Wasser vorbereitet, so dass sich jeder einen eigenen Tee aufgießen konnte. Zu guter Letzt holte Frau Kubat selbst hergestellte Kräuterlimonade für die Kinder zum Probieren raus.

Im Großen und Ganzen war es ein sehr erfolgreicher Ausflug und die Ausbeute hat auch gereicht, so dass jedes Kind sich ein paar der Kräuter mit nach Hause nehmen konnte. Das Thema der Wildkräuter wurde sich tatsächlich fast seit Anfang an gewünscht.

Fotos und Text: Philipp Miersch

Verantwortlich für den Beitrag und Ansprechpartner für die JuNas aus Freitals ist die Naturschutzstation Osterzgebirge.

Beim zweiten Treffen der neuen JuNa-Gruppe im Pfaffengut Plauen drehte sich alles um die Lebensräume Benjes-Hecke und Sandarium. Die Kinder legten selbst Hand an, bauten eine eigene Totholzhecke und gestalteten das bestehende Sandarium um.

Ist Totholz wirklich tot? Welche Tiere nisten in Sand? Und wie kann man im Garten Lebensräume für verschiedene Arten schaffen? Darum ging es, am Beispiel von Benjes-Hecke und Sandarium, beim zweiten Treffen der JuNas im Pfaffengut.

Nach einer gemeinsamen Einführung in das Thema und einem spaßigen Aufwärmspiel legten die Kinder los: eine Gruppe kümmerte sich um das bestehende Sandarium, das bisher noch nicht gut angenommen worden war und deswegen umgestaltet werden sollte. Hier stand Unkraut zupfen, Sand schaufeln, Lehm untermischen und das Gestalten mit Steinen und Ästen auf dem Programm. Mit den übrigen Steinen wurde der Gesteinshaufen vergrößert, der direkt an das Sandarium angrenzt.

Die andere Gruppe baute eine Benjes-Hecke: hier bearbeiteten die Kinder mit Handsäge, Ast- und Gartenschere einen ganzen Berg von Ästen und Zweigen und schlichteten aus Laub, Schilf, Zweigen und Ästen eine Hecke. Zum Verdichten sprangen und kletterten die Kinder zum Abschluss noch einmal auf der Hecke herum. Ab jetzt gilt aber natürlich: Betreten verboten, damit hier ungestört Leben einziehen kann 😊

Das Bauen und Handwerken machte allen großen Spaß und auch das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Wir sind stolz auf unsere Bauwerke und schon gespannt, was hier alles einziehen wird.  

Fotos und Text: Anna Schuster

Verantwortlich für den Beitrag und Ansprechpartner für die JuNas aus Plauen ist das Pfaffengut Plauen.

Vergangenes Wochenende hatte die „JuNa-Gruppe Zittauer Gebirge“ einen besonderen Termin: außerhalb der Reihe, an einem Samstag, trafen sie sich mit einer weiteren Kinder- und Jugendgruppe des Naturparkes Zittauer Gebirge – den „Wilden Füchsen“. Ziel dieses gemeinsamen Treffens war es, mit vereinten Kräften Ansitzkrücken für Greifvögel zu bauen und aufzustellen.

Nach einigen aufschlussreichen Kennenlernspielen konnten wir zunächst, um ein Lagerfeuer sitzend, einen super interessanten und spannenden Vortrag eines jungen Vogelkundlers aus der Gruppe der „Wilden Füchse“ lauschen. Schon seit langem interessiert sich der Junge für Greifvögel und konnte Vieles über die faszinierenden Tiere erzählen. Bereichert wurde sein Vortrag mit allerhand Anschauungsmaterial aus seiner eigenen Sammlung und dem Vorspielen der Rufe der Greifvögel.

Dann ging es an die Arbeit. Die langen Holzstangen mussten den Hang hinaufgetragen, die mobile Außenwerkstatt aufgebaut und das Werkzeug sortiert und eingeteilt werden. Dann ging es los. Es wurde geschält, gesägt, gehämmert, gebohrt und geschraubt. Nach und nach wurden so fünf luxuriöse Ansitzhilfen für unsere heimischen Greifvögel zusammengezimmert. Schon während des Bauens konnten wir einen Milan und einen Mäusebussard beobachten, die bereits über der Baustelle kreisten und ihre neuen Ansitze neugierig beäugten.

Für die bessere Haltbarkeit der Sitzwarten wurden die unteren Enden der Stangen im Lagerfeuer angekohlt. Es gab also auch ein Feuer zu schüren und zu bewachen – eine Aufgabe, die stets mit Begeisterung übernommen wird. Daneben gab es auch eine kleine Gruppe Kinder, die sich in der Umgebung auf Kräutersuche begaben, um den Quark für das bereits herbeigesehnte Mittagsbuffet zu verfeinern. Nachdem sich die fleißigen Kinder an diesem üppigen, vielfältigen und unglaublich leckeren Picknick gestärkt hatten, ging es nach der Mittagspause an die schweren Maschinen. Nachdem der Erdbohrer das Erdreich zunächst bis in eine Tiefe von einem Meter gelockert hatte, holten die Kinder mit dem schweren Lochspaten die Erde Stück für Stück heraus. Dann war der Moment gekommen: die luxuriösen Ansitzwarten wurden aufgestellt, mit herbeigetragenen Steinen und Erde befestigt und von den Erbauern stolz betrachtet.

Während des Aufstellens konnten wir sogar noch einige Turmfalken über der weiten Flur beim Rüttelflug beobachten.

Nach so viel harter Arbeit ließen wir den Tag bei Feuer und Stockbrot gemütlich ausklingen.

Fotos: Martin Schubach, Sigrun Löffler, Elfi Kühnel

Verantwortlich für den Beitrag ist das Naturschutzzentrum Zittauer Gebirge und die Naturschutzstation „Südliche Oberlausitz“. Ansprechpartner für die JuNas aus dem Zittauer Gebirge ist das Naturschutzzentrum Zittauer Gebirge.

Am 12.04.2025 trafen sich 20 Junge Naturwächter aus Leipzig und Borna im Zaubergarten Leipzig um gemeinsam ein altes Beet zu einem Färbergarten zu verwandeln. Die JuNa Praxisbausteine aus Borna setzten sich schon im Herbst 2024 mit dem Thema „Fair Fashion“ auseinander und erfuhren von 2 Expertinnen eines lokalen Modelabels (Lokaltextil) wie viele Umweltressourcen die Herstellung der Kleidung die wie tragen aufbrauchen.

Die beiden Textil- und Umweltaktivistinnen Eva und Lena erklärten den JuNas unter anderem, dass für das synthetische Färben von Textilien Färbemittel und der Stoff sowie Wasser, Energie, Salze, Beizen und Hilfsstoffe benötigt werden. 90 Prozent der Kleidung weltweit werden synthetisch gefärbt. Von den synthetischen Farbstoffen gelangen 10-20 Prozent, etwa 200.000 Tonnen Färbemittel pro Jahr, durch die Waschprozesse in der konventionellen Färberei in die globalen Wasserwege und verunreinigen Frischwasser.

Und so kamen wir zu dem Thema des nachhaltigen Färbens und dem anlegen eines Färbergartens. Der Plan eines eigenen JuNa Färbergarten entstand. Gesagt, getan. Ein halbes Jahr später konnten wir den Zaubergarten in Leipzig für unser Vorhaben gewinnen und haben eine alte Beetfläche zum Bewirtschaften bekommen. 

Mit viel Power bereitete ein Teil der JuNas den sehr sandigen Boden vor, lockerten die Erde und befreiten das Beet von alten Samenständen.

Lena zeigte uns die Pflanzen die ein Färbergarten ausmachen. Es wurden z.B. Färberkamille, Waid, Färberknöterich, Färberdistel, Rainfarn, Rotkohl, Krapp, Johanniskraut und noch viel mehr gepflanzt.

Eine weitere Gruppe widmete sich dem Thema Färberpflanzen und Ihre „Insektenfreundschaften“. So fanden sie heraus, dass der Rainfarn eine ausgezeichnete Nektarpflanze, beliebte Bienenweide und gutes Raupenfutter für Schmetterlinge liefert. Auf seine Pollen sind 13 Wildbienen spezialisiert. Er bietet mit seinen Pollen und Nektar insgesamt  81 Wildbienenarten eine Nahrungsquelle. 25 Schwebfliegenarten, wie die gefährdete gelbbraune Gebirgsschwebfliege, besuchen den Rainfarn wegen seines leicht zugänglichem Nektar, da die Kronröhre nur ein Millimeter lang ist.

Fast jede Pflanze eines Färbergartens bietet ähnlich vielen Insekten Nahrung und Lebensraum. Auch Schmetterlinge, Raupen, Käfer und Wanzen profitieren von Ihnen.

Das interessante ist, das sich natürlich auch die Pflanze viel Mühe gibt die Insekten zu sich zu locken. Sie benötigt diese ja zur Bestäubung. Dies macht die Pflanze über Gerüche und Farben. Der Rainfarn hat durch enthaltenen ätherische Öle einen strengen, für die Insekten anziehenden Geruch.

Eine ganz andere Spezialisierung findet man bei Lippenblütlern. Wie zum Beispiel bei dem wilden Salbei. Er ist zwar keine Färberpflanze, aber da es um Spezialisierungen zwischen Pflanzen und Insekten ging, sei er hier mit erwähnt. Die untere Lippe der Blüte ist angeraut, damit die Insekten besonders guten Halt bei Ihr finden. Sie haben so eine perfekte „Landebahn“.  Aber das ist noch nicht alles. Der wilde Salbei, hat in der Blüte zwei bewegliche Klappen, diese drückt die Wildbiene, um an den Nektar zu kommen, nach innen und löst damit einen Klappmechanismus von sogenannten „Stempelkissen“  aus. Diese sind prall mit Pollen gefüllt, klappen nach unten und reiben die Pollen der Biene auf den Po. Eine perfekte Spezialisierung um die Bestäubung und die Fortpflanzung zu sichern.

Das Wissen über die Färberpflanzen und Ihre Insektenfreundschaften setzten die JuNas gleich kreativ um und gestalteten die Beetschilder mit dem Pflanzennamen und dem passenden Insekt dazu.

Eine dritte Gruppe konnte gemeinsam mit der Umweltpädagogin Christin aus der Ökostation Borna Birkenhain den Zaubergarten und seine Teichbewohner erkunden. Im Zaubergarten gibt es einen Amphibienteich, angelegt vom Naturschutzbund (NABU).

Nachdem sich alle Gruppen wieder zusammengefunden hatten und sich gegenseitig Ihre Ergebnisse zeigten und Erlebnisse austauschten, ging es noch an das gemeinsame gießen der frischen Beete.

Voller Stolz und mit großer Vorfreude auf Oktober bedankten wir uns für die tolle gemeinsame Zeit und die gegenseitige Unterstützung der zwei verschiedenen JuNa Gruppen. Im Oktober kommen wir alle wieder zusammen, schauen uns an was wir Ernten können und lernen von Eva und Lena alte Färbertechniken kennen.

Bis dahin wünschen wir uns ein gutes wachsen. 😊

Fotos: Elisabeth Wegner

Verantwortlich für den Beitrag und Ansprechpartner für die JuNas aus Partheland ist die Naturschutzstation Partheland.